BG/BRG Lerchenfeld
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WOZZEK und die immer noch interessante Frage: Wer ist der Mensch?

WOZZEK stammt aus der Feder Alexander WIDNERS und ist eine Überarbeitung des Bühnenstückes WOYZECK. Der berühmte Autor von WOYZECK ist Georg BÜCHNER und nachdem es so gut wie verschwunden gewesen war, wurde es von Bert Brecht wieder gefunden.
Die markante Bedeutung, die der 1940 geborene Alexander WIDNER, der zur Zeit in New York und Klagenfurt lebt, dem Stück eingehaucht hat, ist wohl die Frage nach der Ethik von Naturwissenschaften.
WOZZEK ist Soldat und zugleich auch bemitleidenswertes Versuchsobjekt, denn er bekommt seit Beginn seines Militärdienstes nur noch Erbsen zu essen und seinen eigenen Urin zu trinken. WOZZEK ist aber auch Lebenspartner, denn er ist mit Marie liiert.
Der Doktor ist jene Person, die WOZZEK gnadenlos zu seinem Versuchsobjekt macht und ihn auch wie ein solches behandelt. Der Doktor überredet auch den Tambourmajor, den vierten Protagonisten der Handlung, sich an Marie „heranzumachen”. Ihr Kind wird zum toten wissenschaftlichen Schauobjekt in einem mit hochprozentigem Alkohol gefüllten Schauglas.

Als WOZZEK erfährt, dass seine Frau ein Verhältnis hat, ersticht er sie mit einem Messer, anschließend richtet er die Klinge gegen sich selbst und bereitet seinem jämmerlichen Leben ein Ende.
Der Doktor, der anstelle von Trauer Wut zeigt, weil sich WOZZEK der Wissenschaft durch Freitod entzogen hat, findet ein neues Versuchsobjekt im Tambourmajor, durch den er herauszufinden versucht, wie man einen Menschen mit Hilfe von Alkohol vernichten kann.
Mit diesem Stück wollte der Autor vermutlich zwei wesentliche Fragen stellen:
„Wer ist der Mensch und wie sollte ihm begegnet werden?”, und: „Wie weit darf die Wissenschaft gehen?”
Diese Fragestellung scheint mehr als aktuell zu sein.

Sprachlich geht Alexander WIDNER behutsam ans Werk. Es gelingt ihm, seine Weiterdichtung sehr harmonisch an das Original zu passen, für den Theaterbesucher wirkt es sprachlich wie aus einem Guss.

Thomas Striednig 7.SR
Wahlpflichtgruppe Psychologie und Philosophie bei Albert Pulferer im Dezember 2006