BG/BRG Lerchenfeld
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Wozzek - Das Leben liebt die Klinge

Das Klagenfurter Ensemble führte Wozzek, eine Neufassung des Woyzeck von Georg Büchner, auf. Dieses Stück wurde vom Klagenfurter Autor Alexander Widner um- und weiter geschrieben. Alexander Widner ist Kärntner und lebt derzeit in Klagenfurt und New York.
Wozzek ist Soldat, der sich als Objekt der Wissenschaft zur Verfügung stellt. An ihm werden verschiedenste Experimente vom Regimentsmedikus durchgeführt. Für ein Experiment darf Wozzek nur Erbsen essen und muss seinen eigenen Urin trinken. Der Doktor will herausfinden, wie der Körper darauf reagiert. Auch die Geliebte des Wozzek, Marie, wird Objekt im Dienst der Wissenschaft. Der Doktor reißt ihr den Fötus ihres ungeborenen Kindes aus dem Leib und gibt diesen in ein Reagenzglas. Das dritte Versuchsobjekt ist der Tambourmajor. An ihm wird mit hochprozentigem Alkohol experimentiert.
Wozzek, der die Affäre zwischen dem Tambourmajor und Marie erst durch des Medikus Zutun bemerkt, ersticht zuerst Marie und verweigert sich schließlich den wissenschaftlichen Versuchen, indem er Suizid begeht.
Der Schauspieler Arturas Valudskis, der den Wozzek verkörpert, hat eine sehr schwierige Rolle und fasziniert durch authentische Schauspielleistung. Er, der Ähnliches in seiner Heimat erlebt hat, fasziniert durch dramatische Konsequenz.
Hermann J. Kogler wird dem "Doktor" als Puppenspieler, der alle Fäden in seinen Händen hält, mehr als gerecht. Auch der „Tambourmajor" und „Regisseur" Alexander Mitterer liefert neben der großartigen „Marie" Klaudia Reichenbacher eine recht akzeptable Leistung ab.
Autor Widner spielt mit der Sprache, ihren beschränkten Möglichkeiten zur Verständigung und zum Begreifen, sowie der wachsenden Bedeutung der Naturwissenschaften. Gott scheint die Welt, wie auch schon bei Büchner, verlassen zu haben. Das Ergebnis widnerschen Engagements ist große Kunst, der Abend wurde für die Zuseher sehr dicht und das Stück ist als wenigstens sehenswert zu preisen.

Margret Lexer 7.SR 2006/2007
Wahlpflichtgruppe Philosophie bei A. Pulferer