BG/BRG Lerchenfeld
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Zeit des Erwachens

Der Film „Zeit des Erwachens“ wurde 1990 gedreht und handelt von der Epidemie der Europäischen Schlafkrankheit in den 20er Jahren und ihren Auswirkungen bis hinauf in die 60er Jahre.
Zu Beginn des Filmes bekommt der Kinobesucher zu sehen, wie der elfjährige Leonard an Enzephalitis erkrankt und in einen komatösen Zustand fällt. Es gibt einen Zeitsprung nach 1969 und der Arzt Dr. Sayer, welcher sich um einen Posten im Krankenhaus bewirbt und ihn auch erhält, wird uns präsentiert. Er zeigt vor allem großes Interesse an den an Enzephalitis Erkrankten und versucht ihnen zu helfen. Er erkennt, dass die Patienten unter gewissen Umständen sehr wohl noch in der Lage sind, aktiv zu agieren, zum Beispiel, als er der Patientin Lucy einen Ball zuwirft und diese ihn auch fängt, aber auch durch Musik werden einige Patienten zum Beispiel zum Essen animiert. Dr. Sayer schafft es auch, das für Parkinson Patienten entwickelte Medikament L-Dopa für die an Enzephalitis Erkrankten einzusetzen, da deren Symptome sehr ähnlich sind. Zwar bringt es anfangs starke Verbesserung, so dass man schon beinahe glauben möchte, es hätte eine Heilung stattgefunden, allerdings ist dieser Zustand nicht von Dauer und die Droge verliert mit der Zeit ihre Wirkung.
Ich finde den Film sehr gut gemacht, da er nicht nur die Fakten zeigt, sondern auch auf die Menschen und ihre Emotionen in dieser Situation eingeht. Besonders gelungen finde ich dabei die Szenen, in denen die Patienten erkennen, dass sie einen großen Teil ihres Lebens verschlafen haben, oder besser gesagt, dass er ihnen „gestohlen“ wurde. Aus diesem Grunde glaube ich, dass ganz besonders Leonard seinen enormen Aufholbedarf erkannt hat und deshalb mit solch einer Wut auf die Einschränkungen der Krankenhausleitung reagiert, welche seinem benötigten Freiraum zur Entwicklung und zur Aufholung im Weg steht. Allgemein ist die Einstellung der Leitung zu den Patienten mit Ausnahme von Dr. Sayer nicht sehr nachahmungswert. Es ist, schlicht gesagt verantwortungslos, Menschen als unheilbare Hirntote, so genannte „Bodies“, abzustempeln, aber es ist fast noch verantwortungsloser, sie aus ihrem Schlaf zurückzuholen und nicht angemessen zu behandeln. Wo war ihre psychologische Betreuung? Oder braucht man etwa keine nach 40 Jahren in einem komatösen Zustand?

Bernhard Alexander Santner 7.A