BG/BRG Lerchenfeld
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Die psychische Auswirkung des Theaters auf den Schauspieler

Auswirkungen allgemein

Nicht jeder kann Schauspieler sein. Entweder hat man einfach ein Talent dafür, nahtlos in eine Rolle zu schlüpfen oder man übt fleißig. Schauspieler dürfen fast kein Schamgefühl besitzen und müssen selbstsicher auftreten, damit sie überhaupt eine Rolle bekommen.

Ein guter Schauspieler kann fast jede Rolle spielen. Diese Fähigkeit sehen Forscher aus zwei verschiedenen Perspektiven. Viele meinen, dass Schauspieler „nicht zu Ende sozialisiert“ seien, weil sie eine dynamische Persönlichkeitsstruktur haben. Die anderen dagegen sehen den Schauspieler als „übersozialisiert“ an, da er über eine so hohe Trieb- und Selbstbeherrschung verfügt, dass er seine Emotionen und Äußerungen beliebig steuern kann.

Viele Menschen denken, dass berühmte Schauspieler früher oder später drogen- oder alkoholabhängig werden. Dies hat aber meist mit der Berühmtheit zu tun und nicht mit dem Schauspielern selbst.

Auswirkungen auf mich

Am Ende des letzten Schuljahres habe ich mich für die Theater Company, eine Kooperation unserer Schule mit dem BRG Mössingerstraße, angemeldet. Beim Vorsprechen für das Stück wollte ich unbedingt eine größere Rolle bekommen – dies geschah auch. Ein großer, positiver Faktor einer Schauspielgruppe ist das Kennenlernen von Menschen und das Schließen von Freundschaften. Ich habe so viele Freunde dazu gewonnen, das ist schon sehr wertvoll.

Durch das Proben, welches über das ganze Jahr verteilt war, erhielt ich nach und nach die Fähigkeit, mein Schamgefühl und das „Lampenfieber“ einfach wie Rauch verschwinden zu lassen. Natürlich war ich anfangs nervös, doch das alles legte sich im Laufe der Zeit, bis ich mir selbst extrem viel zutrauen konnte – und es ist mir alles gelungen.

Die Aufführungen sind eine Belastung für den Körper. Am Morgen meiner ersten Aufführung spürte ich eine Grippe kommen. Ich hatte Angst, dass mich die Krankheit am Spielen hindert, doch die Nervosität und die Menge des Adrenalins in meinem Körper ließen mich ohne weiteres zwei Stunden spielen. Zu dem Preis, dass ich am Nachmittag natürlich körperlich am Ende war.

Die Nervosität vor meinem ersten Auftritt war niedriger, als ich davor erwartet hatte. Ich hatte eher Angst, dass mein Infekt mich mitten auf der Bühne zusammenbrechen lassen würde. Aber auf Grund der Angst und der damit verbundenen Adrenalin-Ausschüttung passierte zum Glück nichts.

Für viele Schauspieler ist der Applaus am Ende das Beste an der ganzen Sache. Für mich ist aber das Lachen des Publikums bei einer Pointe oder einem Witz das am meisten Erfüllende. Meine Rolle war unerwartet sehr komisch und das Lachen der Zuschauer zu hören, ist für mich wie eine Art Gage.

Die Arbeit auf der Bühne hat mich auch disziplinierter gemacht. Man muss nämlich Text lernen… eine Menge Text. Nach den Aufführungen wurde ich von Freunden und Verwandten gelobt, was auch eine tolle „Belohnung“ ist. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Theater mich in positiver Weise verändert hat. Der wichtigste Aspekt für mich ist einfach, dass ich jetzt viel offener bin und mein Schamgefühl ziemlich gesunken ist.

Ich will mich herzlichst bei Frau Prof. Scheicher und Frau Prof. Schmid bedanken. Sie haben mich sehr weit gebracht, mich (uns) ausgehalten und mich (uns) auch ins Herz geschlossen.

Ario Parak, 7S