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PAPA, WAS IST EIN FREMDER? - TAHAR BEN JELLOUN

Das Buch „Papa, was ist ein Fremder?“ wurde von Tahar Ben Jelloun verfasst und erzählt in Dialogform von einem Gespräch des Autors mit seiner Tochter. Das Buch, gesprochen von Jenny & Otto Schily, ist als ständige Wechselrede zwischen dem Vater und der Tochter gestaltet.
„Papa, was ist ein Rassist?“ ist die erste Frage der Tochter. Der Vater erklärt ihr, dass Rassismus überall auf der Welt zu finden und somit leider alltäglich ist. Von Rassismus spricht man, wenn Menschen andere Menschen ungerecht behandeln, nur weil sie zum Beispiel anders aussehen. Er beschreibt auch, dass Rassismus mit der Angst vor etwas Fremden zu tun hat. Seine Tochter fragt ihn, ob dann eigentlich jeder ein Rassist ist. Der Vater erklärt ihr, dass das anfängliche Misstrauen schon richtig ist, jedoch sollte es mit der Zeit in Vertrauen umgewandelt werden. Es hängt auch immer mit der Erziehung zusammen, ob jemand einmal in seinem späteren Leben ein Rassist sein wird, denn es wird kein Mensch als Rassist geboren. Ein Rassist muss aber nicht nur seine eigene Sprache oder Kultur mögen, er kann auch andere lieben, jedoch verachtet er all jene, die diese Kulturen tragen, weil er einfach Angst vor ihnen hat - sie ihm einfach fremd sind. Manche Menschen haben sogar eine krankhafte Angst vor dem Fremden - Xenophobie.

Vielen Menschen ist der Rassismus zum Beispiel durch Politiker anerzogen worden, da sie den Menschen erklären wollen, dass sie nur wegen der Ausländer Arbeitlose haben, wie das Jean Marie Le Pen auch in Frankreich machte, was jedoch ein völliger Blödsinn ist, da in Frankreich die ganze Wirtschaft ohne ausländische Arbeitskräfte zusammenbrechen würde.
Warum eigentlich diese Ausländerfeindlichkeit? Schon seit jeher kämpfen die Menschen um Besitztümer, es geht darum, sein Gebiet abzugrenzen und zu verteidigen. Die Menschen sind geprägt durch ihre Kultur, sie haben sie auch in der Schule vermittelt bekommen, deshalb kann man sagen, dass Rassismus anerzogen ist.
Der Mensch hat Vorurteile anderen gegenüber, er täuscht sich aber oft, und so entstehen auch manchmal unnötigerweise Kriege, hervorgerufen nur durch die Angst vor dem Fremden.
Was kann man eigentlich gegen Rassismus unternehmen? Ein guter Weg, um die Angst zu überwinden, wäre die andere Kultur besser kennen zu lernen und so zum Beispiel sich gegenseitig einzuladen. Leider kommt es auch heute noch immer wieder zu Diskriminierungen, wie sie früher einmal zum Beispiel im Ghetto auf einer kleinen Insel vor Venedig stattgefunden hat. Unter Diskriminierung versteht man, wenn man sagen würde, dass man alle Schwarzen in eine Schulklasse stecken sollte, da sie zu blöd für alle anderen seien. Jedoch sollten auch solche zur Diskriminierung führenden Vorurteile nicht ausgenützt werden, wie im Beispiel der Mitschülerin von Merijem, die erzählt, dass ein Mädchen aus ihrer Klasse behauptet, nur deshalb schlechte Noten zu haben, weil ihre Lehrerin etwas gegen Ausländer hätte.
Der Mensch hat auch keine Beweise für Rassismus, schon gar nicht darf man die Menschheit in Rassen einteilen. Der Vater erklärt seiner Tochter, dass sich ihre Lehrerin irrt, wenn sie von der weißen oder schwarzen Rasse spricht. Das Wort Rasse sollte von niemandem verwendet werden, niemand hat das Recht zu behaupten, einem anderen gegenüber überlegen zu sein. Jeder Mensch unterscheidet sich viel mehr durch die Lebensform, alle Menschen sind verschieden, es gibt keine zwei gleichen Menschen, jedes Gesicht - kurz gesagt jeder Mensch ist einzigartig.
Man sollte auch nicht beginnen, lebendige Wesen zu klonen, das heißt ihre Gene genau zu kopieren um damit zwei komplett gleiche Lebewesen zu erhalten, denn auch das wäre ziemlich bedenklich. Manche Rassisten berufen sich auch auf die Religion, weil sie glauben, dass allein ihre eigene die einzig richtige und beste Religion ist. So wurden auch die Moslems als ungläubig beschimpft und ein Religionskrieg entstand. Alle heiligen Schriften sind aber gegen Rassismus und erläutern, dass man den Fremden lieben soll wie sich selbst.
Es ist viel leichter, jemanden zu hassen und ihn für alles schuldig zu machen, als ihn zu lieben. Menschen, die sich selbst nicht lieben, können auch keine anderen lieben.
Die Tochter fragt dann, ob Rassismus die Hölle sei, worauf der Vater aus voller Überzeugung mit JA antwortet. Deshalb sollten wir jegliche Vorurteile gegenüber Menschen anderer Kulturen meiden, denn sie bilden die Grundlage des Rassismus. Der Vater erklärt der Tochter auch, dass Rassisten keinen Humor haben und nicht über sich selbst lachen können und eine schlechte Bildung haben. Die Tochter fragt deshalb nach, ob man also sagen könnte, dass alle Dummen Rassisten sind. Der Vater erwidert: „Nein,... aber alle Rassisten sind DUMM!!“
Auch die vielen uns bekannten Genozide sind eine Folge des Rassismus. Ein Genozid bezeichnet einen Völkermord, das heißt, dass ein ganzes Volk oder eine ganze Ethnie ausgerottet wurde oder wird, z. B: Armenier wurden von den Jungtürken ermordet.
Im weiteren Gesprächsverlauf erklärt der Vater dann seiner Tochter, dass mit dem Antisemitismus der Hass gegen die Juden gemeint ist, da die Wörter anti - „gegen“ und semitisch - „aus dem Osten kommend“ bedeuten.
Am Ende des Buches erläutert der Vater seiner Tochter noch, wie wichtig es ist, sich nicht von Rassisten einschüchtern zu lassen, da sie eine Gefahr für andere sind, sie sind sozusagen Gefangene ihrer selbst und in einer gewissen Weise krank. Die Tochter beendet das Buch mit dem Spruch „Ein Rassist ist ein übles Schwein“ worauf ihr der Vater erklärt, dass das Wort nicht ganz gesellschaftsfähig sei, aber für diese Menschen durchaus treffend ist.

Alexander Lanner 7.B 2007/2008