BG/BRG Lerchenfeld
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Essay zum Film „Einer flog über das Kuckucksnest“

Der Film „Einer flog über das Kuckucksnest“ erschließt die Abgründe, bedingt durch die Fehlbarkeit und das Versagen des menschlichen Individuums.
Randall McMurphy, ein zu Gewalttaten neigender Straftäter, wird nach einem Gefängnisaufenthalt in eine Psychiatrische Anstalt überstellt. Gleichsam einem undomestizierten Wildtier, welches man in ein Gehege sperrt, muss McMurphy erkennen, dass ihm, seinem nach Freiheit und Unabhängigkeit dürstendem Wesen, Grenzen gesetzt sind bzw. er Grenzen, welche ihm gezogen werden, akzeptieren und anerkennen muss. Doch er will und kann vermutlich nicht akzeptieren. Er sieht sich von nun an als Clown, der Leben in die tristen Gesichter der Patienten bringen will. Er benimmt sich, gleichsam den Schalk im Nacken habend, stürmisch, beinahe unkontrolliert, für das Arbeitsklima einer solchen Anstalt geradezu revolutionär. Die herrschsüchtige, dominante Oberschwester und -aufseherin erkennt bereits jetzt eine drohende Gefahr in ihm. Die Situation droht durch einen Ausbruch zu eskalieren. Die eigentliche Eskalation passiert erst, als die Insassen erreichen können, eine orgiastische Feier zu veranstalten. Die Wärter sehen sich McMurphy nicht mehr gewachsen, deshalb führen sie den medizinischen Eingriff einer Lobotomie durch. Vielleicht aber wollen sich das Personal und die Ärzte „nur eines lästigen Insassen entledigen“. Diese menschenunwürdige Behandlung erinnert an jene des Dritten Reiches. Mediziner, die an den Hippokratischen Eid gebunden sind und geschworen haben, die unberührbare und unantastbare Würde des Menschen nicht zu verletzen, brechen die ihnen geheiligten Eidschwüre und machen aus einem vernunftbegabten, würdevollen Geschöpf einen Invaliden, vielmehr einen Krüppel. Dieser Akt gleicht in gewisser Weise der Todesstrafe, man nimmt dem Menschen eigentlich sein Leben, zwar nicht im biologischen Sinne, doch im geistigen. Zurück bleibt eine „Maschine“, die zwar atmet und lebt, aber weder denken, noch sich ihrer Vernunft und ihres Verstandes bedienen kann.

Ureutz Marian Lukas, 7A