BG/BRG Lerchenfeld
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Bildung vs. Ausbildung

Bildung bedeutet für mich etwas über meine geschichtlichen Vorfahren zu wissen, mich dafür zu interessieren, was auf der ganzen weiten Welt geschieht, Zeitung zu lesen, Nachrichten aufmerksam zu verfolgen und alles zu hinterfragen, was angeblich gut oder auch schlecht sei.
Der Bildung geht jedoch ein ganz wichtiger Punkt voraus, um all dies machen zu können: Um zum Beispiel die Zeitung zu lesen, muss ich wie der Begriff („Zeitung lesen“) schon sagt, im Stande sein, etwas zu lesen. Diese Fähigkeit wird mir meist in der Volksschule beigebracht. Ich persönlich habe mich im jungen Alter von ca. sechs Jahren schon sehr früh für andere Dinge interessiert, mir war es auch sehr wichtig, lesen zu können und das ebenso schnell zu erlernen. Um sich eine Fähigkeit aneignen zu können, geht jedoch die Ausbildung voraus. Meine Lehrerin hat mich zum Beispiel ausgebildet, lesen zu können und mir so die Fähigkeit gegeben, mich weiterbilden zu können.
Ich glaube, Bildung ist etwas, woraus sich kein Gewinn oder Vorteil ziehen lässt. Wenn ich zum Beispiel das Ziel habe Arzt zu werden, habe ich wahrscheinlich auch den Wunsch, diesen Beruf später ausüben zu können und somit Geld damit zu verdienen.
Nach der Aufklärung nach Kant heißt es wie bekanntlich: „Habe den Mut ohne Leitung eines anderen dich deines eigenen Verstandes zu bedienen".
Persönlich glaube ich, dass viele Menschen schlicht und einfach zu faul dazu sind, oder einfach Angst davor haben, sich in irgendwelche philosophischen Fragen hinein zu verstricken, die sie nicht beantworten können. Dies führt sie direkt zur erschreckenden Erkenntnis, dass sie selbst nur ein winziger Teil des Universums sind. Fragen wie: „Was passiert nach dem Tod?“, sind dann nur noch eine Frage der Zeit. Vor diesen ungeklärten Fragen haben viele Leute Angst und vielleicht ist es ja ein psychologischer Prozess unseres Gehirns, dies dann zu verdrängen und zu sagen: „Halt, nein, denk’ nicht darüber nach, sonst endest du nur wieder mit dem Gefühl ein Nichts zu sein".
Einige sagen, dass ein Zeichen von Bildung der Gebrauch von Fremdwörtern ist. Diesen Aspekt kann man natürlich auch wieder unterschiedlich betrachten. Dem Erlernen dieser Fähigkeit geht auch eine Ausbildung voraus. Wer weiß, vielleicht lernt ein Mensch eine Fremdsprache „nur“, um später einmal viel Geld damit zu verdienen.
Doch eine wesentliche Grundfrage für mich ist folgende: „Wer überhaupt sagt, was gut oder böse ist? Wer sagt, was Bildung ist und was nicht?“ Vielleicht sehen wir Menschen die Welt alle mit ganz anderen Augen. Wenn für mich die Farbe Blau blau ist, ist sie für wen anders vielleicht weiß, wer weiß das schon...
Für mich ist Bildung das Aneignen von allgemeinem Wissen zum Beispiel durch das Lesen von Büchern, Zeitungen oder einfacher gesagt, Interesse an dem zu zeigen, was auf der ganzen Welt so „abgeht“, um es mit den Worten einer Jugendlichen zu formulieren.
Wer in ein Gymnasium geht, ist höher oder besser gebildet als Menschen, die in eine Hauptschule gehen, so behauptet man jedenfalls. Meiner Meinung nach ist das ein Klischee. Bevor man solche Äußerungen tätigt, egal in welchem Zusammenhang auch immer, sollte man sich erst einmal informieren, was in der Hauptschule gelehrt wird, oder wie leistungsfähig die Schüler dieser Schule sind, denn vielleicht können manche Hauptschüler sogar mehr als die aus dem Gymnasium.
Freiheit ist sicherlich ein sehr wichtiger Punkt des Menschseins. Ich bezweifle jedoch die Aussage von Humboldt, dass Bildung nur in Freiheit und Einsamkeit möglich sei. Man müsste zuerst einmal definieren, was Freiheit überhaupt ist? Ich glaube nicht, dass irgendjemand sagt, dass er in Freiheit lebt, wenn er im Gefängnis eingesperrt ist. Dort kann man sich meiner Meinung nach auch weiterbilden, man hat zum Beispiel die Möglichkeit ein Buch zu lesen, oder verschiedene Dinge über verschiedene Personen zu lernen. Dieser Punkt führt mich zu einem weiteren Teil meiner Gedankengänge: Warum ist jemand im Gefängnis? Vielleicht hat jemand ein Auto kurzgeschlossen und es dann gestohlen. Hier setze ich zumindest die „Fähigkeit des Auto-Kurszschließens“ voraus. Ich glaube kaum, dass dieser Jemand zu dieser Fähigkeit ausgebildet wurde, er hat sich diese Fähigkeit also selbst angeeignet. Damit komme ich wieder zum Ursprung aller Fragen zurück: Was ist Bildung? Ist sie gut oder schlecht? Je länger ich über dieses Thema nachdenke, desto klarer wird mir eigentlich, dass Bildung für fast Jeden frei zugänglich ist, oder es zumindest sein sollte. Voraussetzung dafür ist die Neugierde und der Wille, etwas zu lernen. Die Schule bietet für mich einerseits Ausbildung, andererseits aber auch Bildung. Sie sollte uns für unser späteres Leben ausbilden, sie sollte uns etwas „beibringen“.
Vielleicht stößt man im Laufe seiner Schulzeit auf ein Themengebiet, das einen so unheimlich interessiert, dass man sich weiterbilden - oder einfach mehr über dieses Thema herausfinden will. Für mich gibt es keine genaue Definition für Bildung oder Ausbildung, denn beide Begriffe hängen IMMER miteinander zusammen.

Das Bildungsvolksbegehren:
Ein Ausschnitt vom sogenannten Bildungsvolksbegehren, der mir persönlich überhaupt nicht gefällt ist folgender:“ Es gilt, das Bildungsniveau so rasch wie möglich zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems zu steigern. Ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem muss auch größtmögliche Chancengleichheit für alle eröffnen. Es geht um Österreich und seine Zukunft. Österreich darf nicht sitzen bleiben.“ (www.nichtsitzenbleiben.at)
In diesem Bildungsvolksbegehren gibt es einige so radikale Punkte, die ich persönlich scheußlich finde, trotz allem habe ich es unterschrieben, weil ich der Meinung war und bin, dass im Falle des Zustandekommens dieses Volksbegehrens alles erst einmal im Parlament besprochen wird, und dass der Begriff Bildung diskutiert wird ! Das heißt meiner Meinung nach, dass jetzt nicht unbedingt diese unzumutbaren Punkte gelten. Ich meine, das Parlament entscheidet, ob mehr Geld in die Bildung investiert wird oder nicht und dafür bin ich absolut !!! Es soll darüber diskutiert werden !!! Ein anderer Lösungsansatz wäre vielleicht auch einer möglichen Erwägung wert, nämlich ein Mitspracherecht für Schüler und Lehrer zu schaffen. Ich finde auch, dass die Anzahl der Schüler in den Klassen verringert werden soll. Die Verringerung würde es den Lehrern ermöglichen, auf jeden Schüler einzeln eingehen zu können, seine Talente zu fördern und natürlich seine Schwächen auch nicht außer Acht zu lassen. Es wäre auch nicht schlecht, zwei Lehrer statt einem einzusetzen und die Lehrer sollten in der Lage sein, die Schüler zu motivieren, wie auch immer....
Im Großen und Ganzen finde ich andererseits, dass wir uns glücklich schätzen können, über solche Themen diskutieren zu können, denn andere Kinder können sich nicht einmal ein Stück Brot leisten und verhungern. Ich bin sehr froh, dass ich das Privileg habe, in die Schule gehen zu dürfen, mich weiterbilden zu dürfen, zu sagen, was ich denke, ohne dafür eingesperrt oder ermordet zu werden. Meine ganz persönliche Lebensphilosophie oder mein Lebensmotto, möge man es nennen wie man will, ist:“ Steh auf, wenn dir was nicht passt, sei nicht leise, schwimm gegen den Strom“!!!
Und wer weiß, vielleicht ist jetzt eh bald der Euro „futsch“ und die Diskussion der Bildung wird bald eine ganz andere sein...

Lara Vadlau, 8S