BG/BRG Lerchenfeld
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Bildung und Ausbildung

Zwischen „Bildung“ und „Ausbildung“ ist ein großer Unterschied. Trotzdem hängen die beiden Begriffe zusammen, zum Beispiel muss man zuerst eine Ausbildung zum Lesen und Schreiben bekommen, bevor man sich bilden kann.
Bildungskonzepte kommen heutzutage nicht umhin, sich den Anforderungen der Arbeitswelt zu stellen. Angesichts der Ansprüche, die die Wirtschaft heute stellt, zum Beispiel die Neue Mittelschule oder die Zentralmatura, stellt sich die Erziehungswissenschaft die Frage nach ihrer Positionierung. Es geht bei der Bildung darum, wie man sich verhält und nicht darum, was man weiß. Man kann sogar mit ganz wenig Wissen gebildet wirken. In unserem Land soll immer alles die „Bildung“ richten. Jedes politische, soziale oder persönliche Problem hält man zuerst für Bildungsproblem. Aber wer definiert „Bildung“? Die Proponenten des Volksbegehrens taten das nicht.
Kant versuchte an die Menschen zu appellieren: „Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Das heißt, man soll seinen Verstand benutzen.
„Bildung“ soll helfen, die Arbeitslosigkeit einzudämmen und Ausländer in die „Gemeinschaft“ zu integrieren.
Die Schule sollte die Aufgabe haben, die Schüler auszubilden. Sie hat aber zuerst die Aufgabe Elend und Gleichgültigkeit in den Elternhäusern auszugleichen. Die Schule sollte zunächst Grundlagen vermitteln: Englisch, Deutsch, Mathematik und Grundkenntnisse in anderen Wissenschaften. In den höheren Klassen sollte eine Differenzierung erfolgen. Immer noch werden Schüler ausgebildet, die viel über den Investiturstreit im Mittelalter lernen, aber kaum etwas über unser politisches System und von Volkswirtschaft verstanden haben.
Aber kann das unser Bildungssystem leisten? Meiner Meinung nach nicht, auch keine einheitlichen Lehrpläne oder Gesamtschulen. Die Basis muss aus dem Elternhaus kommen. Niemand sollte von der Gesellschaft verlangen, alle zu erziehen. Ich denke, viele Politiker hätten das gerne, um von ihren Erziehungs- beziehungsweise Bildungslücken abzulenken.
Immerzu redet man von „Bildung“, meint aber bestenfalls „Ausbildung“. In den Schulen und Hochschulen wurde der Stoff meist so verdichtet, dass niemand mehr zu einem eigenen Gedanken findet. Neben all dem, was wir tun müssen, bleibt oft zu wenig Zeit für das, was wir tun möchten. Leider fehlt oft auch die Begeisterung fürs Thema.
Bildung nach der Summe von Wissen zu bewerten, ist falsch. Bildung heißt, dass sich jemand „gebildet“, also „geformt“ hat. Es heißt nicht, dass jemand mit Wissen vollgestopft wurde.
Heutzutage gibt es nur noch wenige Menschen, die den gesunden Hausverstand haben. Somit bin ich für die Individualität. Nicht die Gesellschaft ist für uns verantwortlich, sondern jeder einzelne für sich.

Verena Wernig, 8S