BG/BRG Lerchenfeld
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Was ist Aufklärung?"

Immanuel Kant

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, sagt Kant. Es bedeutet, sich zu überwinden, sich gegen seine Faulheit und Feigheit zu stellen, um seinen Verstand zu benutzen, ohne sich beeinflussen oder leiten zu lassen. Mit Faulheit meint Kant, dass es theoretisch nicht nötig ist, selber zu denken, wenn es doch genug andere Menschen oder Bücher gibt, die einem leicht sagen könnten, was man denken soll. So ergibt sich für die meisten Menschen keine Notwendigkeit, ihren Verstand zu benutzen. Aus diesem Grund entwickelt sich bei genau diesen Menschen eine Art Angst davor, selbst zu denken.
Aufklärung hat das Ziel, das Individuum zum autonomen Individuum mit sozialer Intelligenz zu machen. JEDER IST FÜR SEINE TATEN SELBST VERANTWORTLICH. Was bedeutet das? Das bedeutet, ich hafte für alles, was ich tue. Das könnte für mich gefährlich werden. Einfacher wäre es, das zu tun, was ohnehin von mir erwartet wird, Befehle empfangen, die Verantwortung abgeben. Genau das funktioniert aber so nicht.
Von „Pflichterfüllung“ sprechen Menschen, die sich Vorwürfen ausgesetzt sehen, im Zusammenhang mit Ereignissen im letzten Weltkrieg. Auch ein Bundespräsident bemüht die „Pflichterfüllung“ als Soldat. Das sollte nicht reichen.
Niemand kann die Selbstverantwortung für seine Taten abgeben! Darauf muss sich jeder vorbereiten. Es darf gedacht werden! Es muss gedacht werden! Letztlich hängt alles davon ab, ob das Gewissen funktioniert. Das ist anstrengend, deshalb sind wir lieber faul.
In gewissen Zeiten ist es auch gefährlich, eigene Gedanken zu denken und bestehende Verhältnisse zu kritisieren, die vor dem eigenen Gewissen nicht bestehen könnten. Aus diesem Grund behindert auch die Feigheit die Aufklärung. Mitlaufen ist leichter, als sich dagegen stemmen. In autoritären Systemen ist es die einzige Option, es sei denn, man wäre bereit dazu, auch das eigene Leben zu riskieren. Franz Jägerstätter ist dazu bereit gewesen.
Momentan leben wir in zivilisierten demokratischen Verhältnissen. Es ist also nicht schwer, mutig zu sein. Heutige Unaufgeklärtheit verdankt sich also eher der Faulheit als der Feigheit.
Kants Wahlspruch lautete: „SAPERE AUDE!“, „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“.

Laura Spendel, 7S, 2008/2009