BG/BRG Lerchenfeld
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Auf der anderen Seite

"Auf der anderen Seite" gibt es eine andere Wirklichkeit.
Die andere Wirklichkeit findet ihre Ausläufer auch in Europa, sei es nun der Generationenkonflikt, die Prostitution oder die politisch-religiöse Verfolgung. Der mit dem Auslands-Oscar prämierte Film von Fatih Akin „Auf der anderen Seite“ zeichnet die Probleme moderner und traditioneller Türken in Deutschland nach, die den europäischen Generationsproblemen nicht so unähnlich sind. Die Geschichte, teils in Leichenbegängnissen (drei Kapitel zu zwei Leichen) erzählt, hat zwei Handlungsstränge, die sich überschneiden. Sie rührt auch an Tabus: Prostitution einer Muslimin, lesbische Liebe einer Muslimin.
Den durch die Geschichte führenden Protagonisten Nejat Aksu, mimt Baki Davrak. Nejat ist türkischstämmiger Germanistikprofessor in Bremen. Das Leben verläuft soweit nach Plan, bis der Vater Ali eine aus der Türkei stammende Prostituierte, von der er sich zunächst oral befriedigen lässt, überredet, zu ihm zu ziehen. Zuerst irritiert, erfährt der graduierte Germanist, dass Yeter, die Dame an des Vaters Seite, ihrer Tochter das Studium in der Türkei finanziert.
Und schon beginnen sich die Schicksale, brillant inszeniert, zu kreuzen.
Nach dem tragischen Tod Yeters reist Nejat in die Türkei, um Yeters Tochter zu finden und ihr das weitere Studium zu finanzieren. Ayten befindet sich gleichzeitig auf der Flucht nach Deutschland und sucht Mutter Yeter, die sie in einem Schuhgeschäft in Bremen vermutet. Von Schleppern schlecht behandelt und im Stich gelassen, bettelt sie vor der Uni um Geld für eine Mahlzeit. Dabei lernt sie Lotte kennen. Diese Bekanntschaft führt zu einer lesbischen Romanze, die ein tragisches Ende nimmt. Die Freiheitskämpferin Ayten wird nach einer Routineanhaltung mit dem Auto ohne Papiere erwischt, verhaftet, und nach einem Prozess abgeschoben. Das bedeutet eine Inhaftierung in der Türkei, wo sie wegen eines bewaffneten Überfalles zur Fahndung ausgeschrieben ist. Lotte reist ihrer Liebe nach, und wird, beim Versuch zu helfen, von einem Straßenjungen erschossen. Lottes Tod beendet das zweite Kapitel.
Inzwischen hat sich Nejat eine deutsche Buchhandlung in Istanbul gekauft. Er ist immer noch auf der Suche nach Ayten, als die Mutter von Lotte in der Türkei ankommt. Vom Schmerz getrieben, sucht sie die Wohnung ihrer Tochter auf. Diese hat zuvor ein Zimmer bei Nejat bewohnt. Die Geschichten kreuzen sich wieder. Die Mutter will den letzen Willen ihrer Tochter erfüllen, Ayten finden und ihr weiter helfen.

Der Kreis schließt sich auch gegen Ende nicht, als der türkischstämmige Germanist und Besitzer einer deutschen Buchhandlung in Istanbul zu seinem Vater an der Schwarzmeerküste reist, um mit ihm Frieden zu schließen.
Der Vater ist zum Fischen aufs Meer gefahren, Nejat setzt sich in den Sand und die Musik setzt ein „a bittersweet symphonie“.
Ein Roadmovie vom Feinsten, mit sehr viel Tempo inszeniert.

Florian Kutej