BG/BRG Lerchenfeld
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Zeitzeuge Ari Rath

Ari Rath Der zweite Weltkrieg – eigentlich schon lang vor unserer Generation doch trotzdem so nah, immer noch so berührend und immer noch so aktuell. Am 25.01.2016 durften wir, die 7. Klassen des BG/BRG Lerchenfeld, dem 2. Weltkrieg noch ein Stück näher kommen als vielleicht jemals zuvor. Ari Rath wurde Anfang Jänner dieses Jahres 91 Jahre alt. Er wurde 1925 in Wien geboren und ist Jude. Er wuchs mit seinem Vater und seinem Bruder Max in Wien auf und besuchte sogar eine Zeit lang das Gymnasium.
Als Ari Rath seine kurze Rede einleitete, blickte er zuerst in unsere auf den Zuschauerpodesten versammelten Gesichter. „Wenn ich euch so sehe, beneide ich euch, Fast-Maturantinnen und -Maturanten, sehr.“. Allgemeine Verwunderung breitete sich aus. Warum sollte man uns „arme“ Schüler denn beneiden? Genau dies wurde uns allen klar, als er anfing zu erzählen. Ari Rath erzählte von dem plötzlichen Judenhass, der fast wie aus dem Nichts kam, er erzählte von dem Moment, ab welchem Juden nicht mehr in die Schule gehen durften, nein, nicht einmal mehr öffentliche Parkanlagen besuchen durften. Und trotz allem schämte sich Ari Rath niemals für seine Religion oder Herkunft. Ganz im Gegenteil. Er wirkte sogar glücklich, wenn er von seiner Kindheit erzählte, trotz des Verlustes seiner Mutter mit vier Jahren und der zahlreichen, immer wieder wechselnden Kindermädchen. Obwohl uns die Geschichte des 2. Weltkriegs nicht neu war, war es fesselnd, sogar berührend, von Ari Raths Flucht nach Palästina zu hören. Von dem wahllosen Auswahlverfahren der Flüchtenden. Wer durfte mit - wer musste sterben? Ari Rath schrieb ein Buch, welches er seiner Mutter Laura widmete, in welchem er all seine Gedanken, Erfahrungen, positive und negative, und Reisen aus dieser Zeit festhält. Nachdem Rath seine sehr interressanten Anekdoten erzählt hatte, blieb noch etwas Zeit für unsere Fragen zu ihm selbst, welche er alle mit großem Interesse gerne beantwortete.

Ari Rath ist ein sehr interressanter Mensch, der, trotz seines sicher nicht einfachen Lebens, ein Lächeln auf den Lippen trägt, wenn er von denen spricht, die ihm lieb sind. Er strahlt bis heute eine sehr positive Einstellung aus und dies ist bewundernswert. Er spricht Englisch, Deutsch und Häbräisch, verbringt viel Zeit in Österreich, doch seine wirkliche Heimat, wie er es sagt, ist und bleibt Jerusalem beziehungsweise Israel.
Trotz nicht all zu vielen neuen Informationen über den 2. Weltkrieg, war der Vortrag von Ari Rath eine sehr tolle und interressante Erfahrung, die uns alle vielleicht wieder einmal über unser eigentlich sehr schönes und einfaches Leben nachdenken lässt.

Ramona Janesch, Aleksandrina Dzhudzheva 7B