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Peter Heintel: Innehalten

Ein Buch von Dr. phil. Peter Heintel. Heintel ist ordentlicher Universitätsprofessor an der Uni Klagenfurt. Er ist Herausgeber zahlreicher Publikationen, übt eine umfangreiche Vortrags- und Beratertätigkeit aus und ist unter anderem Vorsitzender des „Vereins zur Verzögerung der Zeit“. In dem Buch beschäftigt er sich mit verschiedenen Themen über Raum, Zeit, Geschwindigkeit und vieles mehr. Das Buch ist in einzelne Kapitel gegliedert, die wohl einen großen Zusammenhang aufweisen, aber auch einzeln gelesen werden können.

Im ersten Kapitel über „bewegte Räume, bewegte Zeiten“ beschäftigt er sich philosophisch mit dem Universum, aber auch mit allen anderen Räumen. Er stellt die Frage nach den Grenzen von Räumen, und insbesondere danach, was „hinter den Grenzen ist“ (am Beispiel des Universums). Er geht der Frage der „Ausdehnung des Weltalls“ nach (wann und wo hört sie auf ?), aber auch der Anfang des Weltalls (Urknall) beschäftigt ihn. Was war vor dem Urknall? Auch der Versuch, diese Fragen mit der Relativitätstheorie von Einstein zu erklären, schlägt letztlich fehl.
Als Beispiel für Zeit- und Raumgrenzen beschreibt er Nomaden und Sesshafte. Nomaden hatten einen (fast) unbeschränkten Raum, ihr Zeitbegriff musste sich nur nach den Jahreszeiten richten. Mit der Sesshaftigkeit kamen Raumordnungen, Grenzen, Bestrebungen zur Ausdehnung des Herrschaftsbereiches mit Hilfe der Wissenschaft und Ökologie. Die Wissenschaft entdeckte die „Zeit“ als wesentlichen Faktor. „Zeit ist Geld“ heißt es in der Wirtschaft.
Alle Unendlichkeit, ob die des Raumes, die der Zeit oder die der Bewegung, ist bestimmungslos und damit unerreichbar. Diese „Leere“ empfinden wir als Bedrohung. Kommt es zu einem „Zusammenfall“ dem „big-crunch“, worauf wieder alles von vorne anfängt?

Das zweite Kapitel handelt vom „ Beschleunigt Produzieren“.

Zunächst erzählt der Autor eine Geschichte über die „Taufe“ eines neuen Automodells in einer Autofabrik. Es waren praktisch nur Männer anwesend, deren „Kind“ eben dieses neue Auto war. Sie bezeichneten das neue Auto als „unser neues Baby“, unser „schönstes Kind“ usw. versahen es also mit menschlichen Attributen.
Kinder sind das Symbol für das eigene Weiterleben. Es ist aber auch der Zeitbegriff wichtig. Der heutige Mensch will seine Bedürfnisse „jetzt“ und nicht erst in ferner Zukunft, und zwar im Diesseits, nicht im Jenseits, befriedigen. Wir haben die Freiheit, aus den zahllosen Produkten auszuwählen, allerdings eingeschränkt durch Einkommensklassen und Erwerbsfähigkeit.
Jedes Produkt wird verbessert, und zwar in immer rascherer Aufeinanderfolge. Dazu kommt ein ruheloser Konsum. Was kann man dagegen tun? Die Antwort ist: „Innehalten“, das Entdecken anderer Werte, um sich dem beschleunigten Strudel zu entziehen.

Das nächste Kapitel lautet „Sich selbst überholen“

Zunächst erzählt der Autor wieder eine Geschichte, als Die schwarzen Träger des englischen Entdeckungsreisenden Livingstone in Afrika nicht weitergehen wollten und sie gefragt wurden, warum sie sich weigerten, : „Wir sind so schnell marschiert, dass unsere Seelen zurückgeblieben sind. Jetzt müssen wir warten, bis sie uns wieder eingeholt haben.“ Wir ertragen eine sich ständig beschleunigende Veränderung nur, wenn uns Stabilität und Dauerhaftigkeit umgibt. Früher waren Orden und Klöster bestrebt, diese Gleichförmigkeit herzustellen.
Heute strebt z.B. ein vielreisender Manager, immer in Hotels der gleichen Hotelkette abzusteigen, wo auf der ganzen Welt die Einrichtung gleich ist. Er hat dann immer die gleiche, gewohnte Umgebung.
Wir sind auf technologischem und ökonomischem Gebiet schneller geworden, unsere Seelen sind aber zurückgeblieben. Wir haben uns selbst überholt. Unsere Gefühle und Emotionen werden noch immer von uralten, steinzeitlichen Mustern bestimmt, auch wenn wir uns noch so dagegen wehren. In der Konfliktlösung haben wir gewisse Fortschritte gemacht, es häufen sich aber Rückfälle. Kommen wir in Bedrängnis, suchen wir Gruppenzusammenschlüsse, wie Vereine, aber auch Außenfeinde, um zu kompensieren.

Der Titel des nächsten Kapitels heißt „Eigenzeit

In unserer Kultur dominieren Ökologie und Technologie. Natur muss profitabel sein. Das bedeutet Hühner in Legebatterien, große Anbauflächen, Monokulturen usw. Vor alles Lebendige wird die Maschine gestellt.
Um aber doch die Natur, z.B. eine Blumenwiese, genießen zu können, wollte man in einem Parlament beschließen, dass Wiesen bis zum 15. Juli nicht gemäht werden dürfen. Naturschützer aber wollten nicht den 15. Juli, sondern die Zeit der Hollerblüte als Zeitmaß anwenden, weil die Zeit des Wachsens und Blühens ja nicht von einem Kalendertag aus bestimmt werden kann. Die Blumen und der Holunder halten sich beim Blühen nicht an einen Kalendertag, sie haben ihre „Eigenzeit“.
Wir gehen mit der Zeit willkürlich um, was z.B. die Sommer- und Winterzeit beweist. Zeitordnungen werden weder von der Natur, noch vom All vorgeschrieben, sie sind unsere eigenen Setzungen. Die gemessene Zeit (Atomuhr usw.) hebt alle Eigenzeiten auf.
Verbindliche, allerdings willkürlich festgesetzte Zeitmessung ist im Zeitalter der globalen Weltordnung unumgänglich. Wir unterwerfen uns ihr, unser Tagesablauf (essen, schlafen, arbeiten) richtet sich nach der Uhr. Das „natürliche Leben“ (Pflanzen, Tiere, Körperzellen) hat seine eigene Zeitordnung. Unsere Gefühle bringen ihre Zeiten mit: glückliche Augenblicke verfliegen, angstvolle Sekunden wollen nicht enden.
Beispiel aus einer Untersuchung: Frage nach der Dauer der Arbeitszeit: „Wenn ich während der Arbeit Ärger mit meinem Chef habe, ist dies in der normalen Arbeitszeit. Wenn mich der Ärger noch in der Freizeit beschäftigt, wenn ich nicht schlafen kann, ist dies auch Arbeitszeit? Wenn man auf die Eigenzeit der Seele nicht Rücksicht nimmt und sich der Zeitordnung voll und ganz unterwirft, verliert man sich selbst und wird zum Vollzugsorgan außenbestimmter Ereignisfolgen.
Wir müssen uns daran gewöhnen, innerhalb der gemessenen Zeit viele andere Zeiten gelten zu lassen.

Das nächste Kapitel handelt vom „Warten“ und „Beschleunigen "

Zunächst wieder eine Geschichte:
Einen Einsiedler, der aus einer Zisterne Wasser schöpft, fragen einige Besucher: „Welchen Sinn hat dein Leben in der Stille?“ Er antwortet: „schaut in die Zisterne!“ Die Besucher sagen: „wir sehen nichts“. Der Einsiedler: „schaut nochmals hinein“. Die Besucher:“ Jetzt sehen wir uns selbst“. Darauf der Einsiedler: „Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig und ihr konntet nichts sehen. Jetzt ist es ruhig und man sieht sich selber. Das ist die Erfahrung der Stille. Ein anderes Beispiel: Man geht auf der Straße und will sich etwas ins Gedächtnis rufen.
Unwillkürlich verlangsamt man seine Schritte. Um einen schmerzlichen Vorfall zu vergessen, beschleunigt man unbewusst sein Tempo.
Wir leben in Reichtum und Überfluss und bemühen uns, möglichst viel zu konsumieren, unsere „freie“ Zeit auszufüllen. Und dennoch bleibt eine Leere, wenn man „nichts tut“. Die Pause muss gefüllt werden. Besonders schwer ist ein „sinnloses Warten“ (am Flugplatz, am Bahnhof usw.)
Warten ist ein Geschenk! Es schafft die Möglichkeit, Aufgeschobenes, Zurückgedrängtes wieder aufleben zu lassen! Es ist nicht nur die Angst vor dem Nichts, der Leere, die das Warten schmerzhaft macht, vor allem kommt der Widerspruch zwischen Aufforderung und Ohnmacht hinzu. Das führt manchmal zur Flucht nach vorne, wir aktivieren alles, was wir können, um das Warten zu vermeiden oder zu minimieren. Woher nehmen wir die Kraft für Auszeiten, die Geduld, in ihnen zu verharren?

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der Geduld

Um Geduld üben zu können, muss man Zeit verstreichen lassen können. Geduld ist ein stetiger Akt der Selbstüberwindung.
Wir werden zur Tätigkeit erzogen. „Müßiggang ist aller Laster Anfang. Unser Tätigsein ist uns in Fleisch und Blut übergegangen.
Für Krankheit, Leid und Leiden braucht man Geduld, eine „andere Zeit“. Es widerfährt uns etwas, was wir nicht ändern, nicht steuern können. Geduld ist Überwindung des Tätigsein-wollens. Lehren ist z.B. geduldiges Begleiten in ständiger Spannung zwischen Fordern und Lassen. Nicht alle Menschen sind gleich schnell beim Lernen. Auch Experten können manchmal ungeduldig sein.
Wiederholungen machen ungeduldig. Die alte chinesische Geschichte spricht von ungeduldigen Beamten, die von den Bürgern immer wieder mit den gleichen Problemen und Fragen bedrängt werden.
Warum macht Wiederholung ungeduldig? Wir freuen uns doch, wenn wiederholt jeden Morgen die Sonne aufgeht, oder wenn wieder der Frühling kommt. Hier wollen wir Wiederholung, Veränderungen würden uns erschrecken.

Das nächste Kapitel behandelt die „Nachdenklichkeit der Erinnerung

Unser verdichteter und beschleunigter Alltag hat keinen Platz für Pausen, Nachdenken oder Innehalten. Tritt einmal eine Unterbrechung ein, tritt Nervosität oder Langeweile in den offen gewordenen Raum. Es zwingen uns auch keine Autoritäten oder Institutionen zum Innehalten. Es wird viel weniger nachgedacht.
Ohne Muße kein nachdenken.
Nachdenken muss sich herauslösen aus dem normalen Alltagsleben, es muss stehen-bleiben, verharren, zurückblicken. Vergangenes wird wiederaufgenommen, bekommt im Denken seinen Platz. Was wie Stillstand aussieht, ist höchste innere Bewegung. Man lässt die Vergangenheit nachkommen. Im Nun, im Hier und Jetzt bekommt sie ihren Stellenwert. Das Leben wird in sich zusammengeschlossen. Es bekommt Fortlauf und Kontinuität.
Denken verlangt den Anspruch, davon zu wissen und das Geschehen ordnen und gestalten zu wollen. Oft kommt Neues hinzu und, dieses aufgenommen, schreibt die Vergangenheit um. Das kann geschehen, ohne dass wir es wissen. In jedem Fort- und Weiterschreiten zerfällt diese Ordnung wiederum und wir zerfallen mit.
Ein Unterbrechen und Innehalten kann dies wieder zusammenfügen.

Im folgenden Kapitel wird das „Glück der Geschwindigkeit“ behandelt.

„I weiß zwar net, wo i hinfahr, dafür bin i aber schneller durt“ sang Helmut Qualtinger in seinem berühmten Lied „der Wilde mit seiner Maschin“. Wo man hinkommt, ist egal, wichtig ist Geschwindigkeit, Schnelligkeit. Die dauernde Grenzüberschreitung bringt das Hochgefühl. Unsere sich immer schneller verändernde Gesellschaft verfällt dem gleichen Rausch. Grenzüberschreitungen sind unvermeidbar. Dem Schnelleren gehört die Welt. Die Wenigsten erkennen, dass sie den Veränderungen nur hinterher laufen.
Nach einem Bericht aus den USA gibt es schon eine „Computerkrankheit“. Personen, die viel an Computern arbeiten und an seine Schnelligkeit gewöhnt sind, werden in familiärer Umgebung rasch ungeduldig, umständliche Sprechweise und umherschweifendes Gerede machen sie ungeduldig.
Unsere Träume von Beweglichkeit und Schnelligkeit wurden zum größten Teil verwirklicht (Auto, Flugzeug, Weltraumrakete). Man kann aber Geschwindigkeiten nicht immer auskosten (Stau, überlasteter Luftraum usw.). Auch Katastrophen (z.B. Zug kracht gegen Brückenpfeiler) erinnern an Geschwindigkeiten und ihre Grenzen. Höchste Geschwindigkeiten scheinen die Zeit auszusetzen. In der Informationsübertragung haben wir bereits Gleichzeitigkeit erreicht. Zeit ist nicht „mehr Geld“, wenn ohnehin schon Gleichzeitigkeit erreicht ist.

Das nächste Kapitel handelt von der Gleichzeitigkeit als Ewigkeitserfahrung.

Nach der Theorie ist die Ewigkeit angebrochen, wenn alles gleichzeitig ist. In Glückssituationen wollen wir dem Augenblick Dauer verleihen. „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“.
Unser Leben ist befristet. Wir wissen nicht wann, aber wir wissen, dass wir bestimmt einmal sterben. Ist nicht jedes Leben zu kurz? Wenn wir mehr, womöglich alles tun und erleben, was lebensmöglich ist, verliert der Tod seine Schärfe, seine Gewalt. Zeitverdichtung schafft ein längeres Leben, so kurz es auch sein mag.
Der Computer als „Gleichzeitigkeitsmaschine“ lässt uns im Internet in die Ewigkeit, ins Reich der Toten eintreten. Im Computer wird die Vergangenheit aufgehoben und in der virtuellen Welt zur Gegenwart.
Doch der Anschein trügt. Durch unsere Werke und Taten bleiben wir den Nachfolgenden unvergessen. Unsterblichkeit gibt es nur im Umgang mit den Toten. Beim Eintritt in das Internet muss das reale Individuum draußen bleiben. Wo immer wir Unsterblichkeit erhoffen, kommt der Tod heraus. Gleichzeitigkeit heißt Vernichtung der Zukunft bei Vergegenwärtigung der Vergangenheit.

Das nächste Kapitel heißt „Von Zeit zu Zeit ein Jubiläum

Jubiläen unterbrechen den alltäglichen Ablauf der Zeit. Hier spielen „runde“ Zahlen und insbesondere die Null eine besondere Rolle.
Runde Zahlen bedeuten Abrundung, es ist ein Punkt erreicht, an dem man verharren kann, bevor ein neuer Abschnitt anfängt. Vielleicht ist für dieses Zu-Ende-gehen die Null das naheliegendste Zeichen.
Bis zur Neuzeit blieb die Null - das Nichts- ein unheimliches Zeichen, dessen Benutzung häufig verboten wurde.
Und dennoch, gerade jene Jubiläen mit der Null in der Zeitangabe sind besonders wichtig. Jubiläen werden meist von ihrer positiven Seite her gesehen, Leistungen des Jubilanten werden hervorgehoben, auf der anderen Seite glaubt der Jubilant bereits seine Grabrede zu hören. Es gibt aber auch negative „Jubiläen“, wie die Eingliederung Österreichs in das Hitler-Deutschland oder der Beginn des Krieges. Eigentlich hätte sich der Anschluss Österreichs als positives Jubiläum angeboten, denn die überwiegende Mehrheit der Österreicher war dafür und kleine Gruppen Oppositioneller gibt es immer. Wäre der Krieg gewonnen worden oder hätte Hitler „rechtzeitig aufgehört“, würde der Anschluss noch heute gefeiert werden, heißt es allenthalben. Die „Niederlage“ hat die Umwertung der Werte bewirkt.

Im nächsten Kapitel wird die Zukunftsgestaltung beschrieben.

Die Zukunft hat einen doppelten Charakter. Sie ist ein Raum zur Freiheit der Gestaltung, aber auch jene des unergründbaren Schicksales.
Der Glaube an den, die Zukunft bestimmenden Fortschritt schwindet, weltweite Veränderungen (Globalisierung, Klimawandel) scheinen nicht mehr steuerbar.
Müssen wir umdenken? Gibt es Alternativen?
Wir haben die Weichen gestellt. Die Welt ist von uns eingefangen in klare Strukturen, es beginnt eine ökonomisch- technologische Weltgesellschaft sich zu etablieren. Es ist für die Zukunft schon alles, was wir gestalten können, vorweggenommen, es gibt keine Überraschungen mehr. Es ist langweilig geworden in unserer Welt, die schöpferische Freiheit besteht nur mehr in engen Grenzen. Man spricht von der Jugend als Generation der „no future“ was die beiden Elemente der Zukunftsgestaltung eindrucksvoll wiedergibt: Einerseits ist die Zukunft radikal unbestimmt geworden, was heute hoch geschätzter Beruf ist, kann morgen verschwunden sein, andrerseits scheinen die Weichen gestellt, die Jugend ist „eingefangen“ sie hat kaum Freiraum mehr. Um überleben zu können, um sich eine Position zu schaffen, müssen unzählige Anforderungen erfüllt werden. Was heißt „Zukunft gestalten“? Ist es der immer wiederkehrende Versuch, der Zukunft die Unsicherheit zu nehmen?
Wir müssen einfach ganz neu über die Zukunft nachdenken, unser kollektives Handeln und unsere Entscheidungen neu überdenken. Zukunft ist und beginnt überall.

Das letzte Kapitel behandelt das „Zeitmanagement in der Wirtschaft

Die Zeitabfolge der Produktion bedingt „beschleunigte Zeit“. Möglichst viele produktherstellende Tätigkeiten in immer kleineren Zeiteinheiten werden angestrebt. Bei Annäherung des Lohnniveaus bleibt die Zeiteinheit die letzte Möglichkeit, die Produktion zu erhöhen. Unproduktive Zeiten, wie Pausen, Gespräche, Diskussionen müssen reduziert werden.
In letzter Zeit ist es allerdings notwendig geworden, eine andere Modellvorstellung zu etablieren, das „biomorphene“ Modell. Lebendiges verhält sich anders als eine Maschine. Man kann nicht so ohne weiteres von außen eingreifen, denn entweder man zerstört oder verändert etwas, oder man stößt auf Abwehr und Widerstand.
Der Mensch ist nicht „nur“ Leben, wie die anderen Geschöpfe, er ist auch „Freiheit“, er kann sich selbst trainieren und beeinflussen. Es gibt hier natürliche Grenzen.
Beim dritten Modell geht es um die psycho-oder soziomorphe Betrachtungsweise. Psychologisch gleiche Zeitabläufe werden individuell unterschiedlich eingeschätzt. Unsere innere psychologische Uhr tickt anders als die offizielle.
Zu den wichtigsten Managementhandlungen gehört daher, zu entscheiden, wie und in welchen Zusammenhängen Zeit beschleunigt werden soll.

Stefanie Posch, 8AL 2008