BG/BRG Lerchenfeld
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Theaterbesuch: Partizan im Artecielo

Als wir uns das Theaterstück „Partizan“ im Artecielo Klagenfurt ansahen, hat wohl niemand damit gerechnet, dass es so offensichtliche unausgeräumte Differenzen zwischen Kärntnern slowenischer Muttersprache und einsprachigen Kärntnern gibt. Die Montage ist die Geschichte gegenseitiger Monologe. Man versteht sich weiterhin nicht, es geht nach wie vor um gegenseitige Beschuldigungen. Niemand weiß mehr, wie der Streit begonnen hat, niemand weiß, wer den ersten Stein geworfen hat. Man weiß nur, dass man sich gegenseitig nicht verzeihen will. Aus der Geschichte hat man offensichtlich nichts gelernt. Deutschnationalismus trifft auf verbohrte Vertreter der slowenischen Seite. Einige Fragen werden aufgeworfen:
Wie viel Erniedrigung, muss jemand aushalten, ohne dass er das Recht auf Gegenwehr hat?
Ist der Kampf gegen ein Unrechtssystem Unrecht?
Gibt es ein Recht auf einen Ort der Trauer?
Warum gibt es kein Partisanen-Denkmal?
Haben Partisanen keinen Beitrag zur Befreiung Österreichs geleistet?
Ist es legitim zu behaupten, sie hätten für ein Tito-Jugoslawien gekämpft?
Warum gelten Partisanen hierzulande als Heimatverräter?
Haben Deutschnationale ein Exklusivrecht auf den Begriff „Heimat“?
Was spräche gegen die Mehrsprachigkeit der Kärntner Bevölkerung?
Warum sind für die bestimmenden Leute in diesem Land zweisprachige Ortstafeln unerträglich?
Aus welchem Grund werden die zweisprachigen Kärntner immer weniger?
Was müsste geschehen, damit sie sich endlich nicht mehr als minderwertige Minderheit fühlen?
Warum ist Kärnten nicht stolz auf die Partisanen, die gegen den Nazi-Wahn gekämpft haben?

Durch dieses Stück werden Menschen angeregt, sich Gedanken über die Vergangenheit und die Zukunft der „anderssprechenden Mitbürger“ und sich selbst zu machen. Liepold-Mosser zeigt Vorurteile auf. In diesem Theaterstück werden die Schicksale von slowenischen Widerstandskämpfern dargestellt und der (heutige) Umgang mit diesem Thema in Frage gestellt. Mosser zeigt eindrucksvoll die schwere innere Last der Partisanen, die sie mit sich schleppen mussten. Obwohl sie ihre Heimat befreit haben, wurden sie schnell zu Fremden in der Heimat. Auch heute werden sie eher ausgegrenzt und als Ausländer beschimpft, obwohl sie hier genauso zuhause sind wie wir. Der 10.Oktober ist das beste Beispiel: Dies ist der Gedenktag an die Abstimmung der Kärntner Slowenen, welche bei Österreich bleiben wollten. Doch wir einsprachige Österreicher feiern den Tag immer noch als Sieg des Deutschen über das Slowenische.

Klarissa Frankl, 7B