BG/BRG Lerchenfeld
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„Partizan“ von Bernd Liepold Mosser

Die Geschichte der Partisanen ist zwar bis heute noch immer ein Tabu, aber Bernd Liepold Mosser bringt uns dieses Thema als Textkollage näher. Ein verdrängtes Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte wird mit zeitgenössischen Mitteln auf die Bühne gebracht. Die Auseinandersetzung soll jenseits von Vorurteilen und Klischees möglich machen, dass die Partisanen verstanden werden. Das Theater nimmt hier seine Aufgabe als politisches Medium wahr.
Partisanen haben sich der Barbarei zur Wehr gesetzt. Werden sie dafür geehrt? Haben sie keinen Beitrag zur Befreiung Österreichs geleistet? Im Stück geht es um sieben Personen, die auf der Durchreise auf einem Bahnhof auf die nächste Verbindung warten. Kein Zug kommt an, keiner fährt weg, ein Symbol für das unaufgearbeitete Thema. Während des Wartens erzählen sich die Personen Kriegsgeschichten, Erfahrungen und Erlebnisse, um sich die Wartezeit zu verkürzen. Niemand will zuhören, sondern nur seine Geschichte erzählen. So hat das Traumatische keine Chance, je als Last von den Traumatisierten genommen zu werden.
Liepold Mossers Vorschlag: Auch Partisanen brauchen einen Ort für ihre Trauer. Es gibt keinen. Niemand erinnert sich. Genau das wäre nötig. Erinnert werden nur die Heldentaten der Weltkriegssoldaten. Die Ziele dieses barbarischen Krieges werden und wurden nie in Frage gestellt. Das Thema „Partisanen“ ist nach wie vor ein Tabuthema. Liepold Mossers Vorschlag dient der Psychohygiene. Er will historisch belastetes Traumatisierendes an die Oberfläche des kollektiven Bewusstseins in diesem Lande befördern.
Auch die Weltkriegssoldaten sollten endlich die Chance bekommen, die Tatsache zu betrauern, dass sie für eine barbarische und sinnlose Sache gekämpft haben.

Fabian Petschnig, 7A