BG/BRG Lerchenfeld
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PARTIZAN

Theaterbesuch im k.e.
Bernd Liepold Mosser

In dem Theaterstück „Partizan“ behandelt Liepold Mosser die Aufarbeitung des Krieges zwischen der slowenischen und der deutschen Volksgruppe. Indem er seine Figuren bestimmte durchlebte Schicksale monologisch erzählen lässt, bekommt der Zuschauer einen erschreckenden Eindruck von der damaligen Zeit. Die Figuren warten auf einem Bahnhof, wo kein Zug an- beziehungsweise abfährt, es herrscht Stillstand. Gegenseitige monologische Schuldzuweisungen ziehen sich durch das ganze Stück. Mosser will nicht die Taten der Partisanen rechtfertigen, sondern die Lebensgeschichten von widersprüchlichen Menschen darstellen. Er will uns damit helfen, unsere Vergangenheit, die in jedem von uns vorhanden ist, zu bewältigen. Denn noch immer herrschen Diskrepanzen zwischen der slowenischen Volksgruppe und den einsprachigen Kärntnern. Es ist immer noch nicht begonnen worden, Trauerarbeit zu leisten und das Geschehene zu verarbeiten. Anstatt den 10. Oktober als einen gemeinsamen Feiertag zu begehen, feiern wir noch immer den Sieg des Deutschen über das Slowenische. Doch ist es wirklich ein Sieg? Wäre es nicht ratsamer, an diesem Tag richtig zu feiern? Kärnten blieb frei und ungeteilt, weil sich ein großer Teil der Kärntner Slowenen für Kärnten entschieden hatte. Es wurde ihnen nicht gedankt! Alle zehn Jahre eine Siegesfeier des Deutschen über das Slowenische. Aufmarschieren statt tanzen! Von 38-45 hat sich die Lage der Slowenen dramatisch verschlechtert. Assimilierung und Aufgabe der Identität waren angesagt. Das machte einen Partisanenkampf nötig. Auf beiden Seiten musste man große Verluste beklagen, die letztenendes sinnlos waren.
Jemand muss den ersten Schritt machen, und auf die „verfeindete“ Gruppe zu gehen. Nirgends findet man Denkmäler, die die Opfer der Partisanen aufführen, nur solche, auf denen die Toten der nationalsozialistischen Wehrmacht und der SS verzeichnet und erinnert sind! Die Freiheitskämpfer von einst haben keinen gleichwertigen Ort der TRAUER. Haben die Partisanen nicht auch ihren Beitrag zur Befreiung von Österreich geleistet? Die DEUTSCHNATIONALE POLITIK hat die slowenischsprachigen Kärntner jahrzehntelang dazu gezwungen, ihre Herkunft zu verleugnen. Was würden wir in so einem Fall unternehmen? Würden wir uns nicht auch dagegen auflehnen? Es ist den Slowenischsprachigen verboten worden, slowenisch zu reden, ihre Muttersprache. Sie mussten unter Druck alles Slowenische in sich bekämpfen um „richtige“ Kärntner zu werden, haben sich Großteils assimiliert, bekämpfen nun alles Slowenische in und um sich.

Anna Friesacher, 7B