BG/BRG Lerchenfeld
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Bernd Liepold-Mosser - PARTIZAN

Der Autor und Regisseur Bernd Liepold-Mosser hat aus historischen Fakten und Berichten ein Stück über die Kärntner Partisanen im zweiten Weltkrieg geschrieben, das in Kärnten und in Slowenien aufgeführt wird. Wir sahen uns die Aufführung im Artecielo in Klagenfurt mit unserer PUP Wahlpflichtfachgruppe an.
Im Stück kommen sieben Personen vor mit jeweils verschiedenen Rollen im zweiten Weltkrieg. Es spielt auf einem Bahnhof, ohne Gleise, ohne Fahrplan. Kein Zug wird jemals kommen und das stellt den Stillstand zu diesem Thema dar. Die verschiedenen Charaktere erzählen ihre traurigen Geschichten, in denen es immer darum geht, welche furchtbaren Erlebnisse sie ertragen mussten, aber auch um Schuldzuweisungen. Was auffällt, ist, dass zu Beginn die Darsteller eher unhöflich und unaufmerksam sind. Sie sprechen verschiedene Sprachen, deutsch und slowenisch, weshalb sie sich zunächst nicht verstehen. Zuerst ist nur die eigene Geschichte wichtig, für die anderen gibt es kein Mitgefühl.
Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen und je mehr Geschichten sie hören, desto mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühl schenken sie sich gegenseitig. Es werden gewisse Gemeinsamkeiten festgestellt und sie fangen an zuzuhören, wenn die anderen ihre Geschichten erzählen und sie beginnen auch, sich gegenseitig zu verstehen, trotz der verschiedenen Sprachen. Die traumatischen Erlebnisse handeln beispielsweise von der Verzweiflung über ihre Nachbarn, die sie angezeigt hatten, um sich an ihrem Eigentum zu bereichern, von der Erinnerung an die Folterqualen ihrer Angehörigen und von dem Kind, dessen Mutter und Geschwisterchen ermordet wurde. Sie bemerken, dass nicht nur sie selbst schlimme Sachen erlebt haben, sondern dass es auch die anderen Seiten hart getroffen hat.
Ich denke, Bernd Liepold-Mosser will mit seinem Stück die Menschen animieren, über die Erlebnisse, die die verschiedenen Seiten erzählen, nachzudenken. Das Ziel ist der offene Umgang mit der Geschichte. Denn Verschweigen und Nichtwissen schaffen Vorurteile, Differenzen und Ablehnung. Es gibt kaum Geschichten über die Kärntner in der NS-Zeit, die sich nicht mit der geplanten Auslöschung ihrer Kärntner Identität und ihrer slowenischen Sprache und mit der Abschiebung aus ihrer Kärntner Heimat abfinden wollten. Das hat Tod und Verstörung gebracht und offene Wunden vollbracht.

Martina Pichler, 7A