BG/BRG Lerchenfeld
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Homo Faber

In Anlehnung an den Roman von Max Frisch wird der Film Homo Faber von Volker Schlöndorff in bewegte Bilder gegossen. Grandios, tolle Besetzung, hervorragende Umsetzung von Literatur in Film! Schlöndorff bürgt für Qualität!
Die Thematik ist der Zufall, der Regie führt.

Walter Faber ist ein viel beschäftigter nüchterner Maschinenbauingenieur. Seine Jugendfreundin Hanna hat seinen Heiratsantrag abgelehnt, nur weil Walter nicht ordentlich formuliert hat. Er fliegt von Erdteil zu Erdteil, lebt aus dem Koffer, nur in New York hat er eine verheiratete Geliebte.
Auf einen Flug nach Lateinamerika lernt er den aufdringlichen Herbert Hencke kennen. Nachdem die Maschine in einer mexikanischen Wüste notlanden muss, erfährt er, dass Herbert der Bruder des Jugendfreundes Joachim ist. Beide beschließen, Joachim in Guatemala zu besuchen, kommen allerdings zu spät, Joachim hat kurz zuvor seinem Leben ein Ende gesetzt.
Auf der Schiffspassage nach Europa lernt Walter, der durch diese Passsage vor Ivy in New York geflüchtet ist, die bezaubernde Elisabeth kennen. Er wird sie Sabeth nennen, sich in sie verlieben und sie wird ihn immer wieder an seine große Liebe Hanna erinnern.
Von Paris aus wird Walter Sabeth auf ihrer Reise durch Frankreich und Italien begleiten. Die beiden werden sich sehr nahe kommen und nach vielen Gesprächen wird Walter klar werden, dass Sabeth die Tochter seiner großen Liebe Hanna ist. Walter entfernt sich immer mehr von Sabeth, welche die Welt nicht mehr versteht.
Dass Faber auf Hanna trifft, lässt sich nach einem Unfall nicht mehr vermeiden. Sabeth wird von einer Giftschlange gebissen und fällt auf den Hinterkopf. An den Folgen der unerkannten Kopfverletzung stirbt sie Tage später. Walter erfährt die bittere Wahrheit: Er ist Elisabeths Vater.

Walter Faber ist Techniker. Er denkt naturwissenschaftlich. Zahlen und Formeln bestimmen sein Leben. Sein Interesse gilt ausschließlich Berechenbarem. Gefühle sind seine Welt nicht. Seine Beziehungen sind sexuelle Zweckbündnisse zu beiderseitigem Nutzen. Verbindlichkeiten sind unerwünscht.

Faber hat Hanna seinerzeit zutiefst verletzt. Der Egoist hat von ihrem Kind gesprochen, nicht vom gemeinsamen. Hanna verlässt ihn, lässt die Hochzeit platzen, teilt ihm mit, dass Joachim ihr Kind wegmache. Sie hat Elisabeth empfangen, als Tochter Joachims aufgezogen.

Max Frisch beschreibt in diesem Roman einen Techniker, der nicht an Zufälle glaubt, sondern einen, für den es nur Fakten gibt. Womöglich will er damit zeigen, dass dieses Denken nicht nur falsch ist, sondern auch verantwortungslos sein kann.
Durch einige Schicksalsschläge muss auch Faber feststellen, dass es Zufälle gibt. Nach dem Tod Sabeths versucht er sich verzweifelt an sein Weltbild zu klammern. Es trägt nicht. Der Boden unter den Füßen ist weg. Er ist unschuldig zum Schuldigen geworden.

Andrea Lepuschitz