BG/BRG Lerchenfeld
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Homo Faber

Inzest, Schicksal, Tod, dies sind nur einige der Themen, die in Volker Schlöndorffs Verfilmung des Romans von Max Frisch, Homo Faber, behandelt werden.
Der Hauptcharakter ist ein gewisser Walter Faber, in der Schweiz aufgewachsen, hat er an der ETH studiert, später ist er dann Ingenieur bei der UNESCO, kontrolliert, mit dem Flugzeug unterwegs, Bauwerke weltweit.
Als er wieder einmal von New York, wo er ein Penthouse besitzt, aufbricht, um eine Vorlesung in Paris zu halten, entschließt er sich, diesmal das Schiff dem Flugzeug vorzuziehen, um seiner lästigen Geliebten aus dem Weg zu gehen. Auf dieser Schiffspassage lernt Faber die mehr als 20 Jahre jüngere Elisabeth kennen, und die beiden verlieben sich ineinander.
In Frankreich angekommen, beschließt er, seine Arbeit zurückzulassen, um sich mit Elisabeth gemeinsam auf den Weg zu deren Mutter nach Griechenland zu machen.
Sie erleben zusammen wunderbare Tage, doch als ihm Elisabeth, oder Sabeth, wie er sie nennt, von ihrer Mutter erzählt, fallen ihm Parallelen zu seiner ehemaligen Jugendliebe Hannah ein, die er damals fast geheiratet hätte.
Seine Beziehung zu dieser Frau, Hannah, ist allerdings zerbrochen, nachdem diese ein Kind erwartet hat, und Faber daraufhin von ihrem Baby, aber nicht ihrem gemeinsamen Nachwuchs gesprochen hat. Die geplante Hochzeit platzt. Hannah will abtreiben, das Kind soll nicht vaterlos aufwachsen.
Als sich Faber und Elisabeth bereits kurz vor Athen befinden, verbringen sie einen Tag am Strand, dabei wird Elisabeth von einer Schlange gebissen, fällt hin, und erleidet einen Schädelbasisbruch. Tage später stirbt sie im Krankenhaus an den Folgen ihrer Verletzung.
Faber trifft Hannah.
Hannah bringt die Wahrheit, die ist umwerfend, Sabeth ist seine Tochter.
Sabeth tot, Hannah todunglücklich, Faber wünscht sich, nie gelebt zu haben, wünscht sich den Tod. Zusammenbruch: Diagnose - Magenkrebs im Endstadium
Eine umwerfende Geschichte, verfilmter Roman mit bester Besetzung.
Autor - Schauspieler Sam Shepard ist Faber, Julie Delpy ist Sabeth, frei und unbeschwert, Barbara Sukowa ist Hannah.
Schlöndorff ist der Regisseur der Literatur der Gegenwart.
Was er in die Hand nimmt, das gedeiht. Selten gelingt die Umsetzung von Literatur in bewegte Bilder so gut wie in diesem Fall. Der Film ist ein Erlebnis! Die Lektüre des Romans nach diesem dichten Erlebnis ist Ehrensache, ich brenne förmlich darauf.

Thomas Striednig, 8SP 2007/2008