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Der Vorleser

Stephen Daldry führt Regie im Film „Der Vorleser“ nach dem Welterfolg des deutschen Autors Bernhard Schlink. Er handelt von einer ungewöhnlichen Liebe mitten im Generationenkonflikt der 1950er Jahre. Der Film kommt 2008 in die Kinos und verursacht große Aufregung. Wir haben uns diesen Film mit unserer PUP Wahlpflichtfachgruppe angesehen.
Der fünfzehnjährige Michael Berg beginnt mit der 36-jährigen Staßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz eine Affäre. Nach einiger Zeit verlangt sie von ihm, ihr immer wieder vorzulesen aus wichtigen Büchern wie u.a. „Emilia Galotti“ von Lessing, „Die Dame mit dem Hündchen“ von Tschechow oder der „Odyssee“ von Homer. Er liest ihr ohne Widerstand vor, denn er hat bereits eine gewisse Abhängigkeit zu dieser eher distanzierten Frau entwickelt. Eines Tages will Michael seine bedeutend ältere Geliebte wieder besuchen, doch sie ist verschwunden.
Er trifft sie erst nach einigen Jahren wieder, als er bei seinem Jurastudium bei der Verhandlung einiger KZ-Aufseherinnen, die 300 unschuldige Menschen getötet haben sollen, anwesend ist. Eine davon ist Hanna Schmitz. Im Laufe der Verhandlung kommt Michael hinter ihr Geheimnis: Sie kann weder lesen, noch schreiben. Doch sie ist zu stolz, das zuzugeben, womit sie gesteht, die Verantwortliche für das Verbrechen zu sein. Sie wird somit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Nach einigen Jahren holen Michael die Schuldgefühle ein, dem Gericht nichts mitgeteilt zu haben. Er beschließt ihr auf Tonbänder zu sprechen, ihr sozusagen wieder vorzulesen. Durch diese Weise bringt sie sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Nach 25 Jahren Haft wird Hanna Schmitz aus dem Gefängnis entlassen, doch ihre einzige Bezugsperson ist Michael. Dieser wird gebeten, sich nach ihrer Freilassung um sie zu kümmern. Doch als er sie abholen will, hat sie bereits Suizid begangen.
Dieses Werk hat eine dramatische Handlung und hat mit Recht einiges Aufsehen erregt. Der Film, wie das Buch, vereinigt einige kritische Themen der Geschichte: den Holocaust, Analphabetismus, Sexualität. Es ist natürlich schwer, diese schweren Themen alle in einem Film zu vereinigen und dabei auch nicht die außergewöhnliche Ausdrucksweise des Autors Bernhard Schlink in Verruf zu bringen. Diese hat Daldry aber durch die kühle Perspektive und die gleichzeitig distanzierte, aber intime Art des Filmes nicht zurückgelassen.

Marina Pichler, 7A