BG/BRG Lerchenfeld
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Thema Todesstrafe:
Sollte Gleiches mit Gleichem vergolten werden?

Im 21. Jahrhundert gibt es (leider) noch immer Länder, die die Todesstrafe vollstrecken. Die Menschen dort sind anscheinend der Meinung, dass sie mögliche Täter mit ihr davor abschrecken, Kapitalverbrechen zu begehen. Sie sehen einfach nicht, dass diese Abschreckung so nicht funktioniert. Die Kriminalität ist in Ländern mit Todesstrafe gleich groß wie in Ländern, die die Todesstrafe abgeschafft haben.
Der Film „Dead Man Walking“ behandelt die Thematik Todesstrafe. Er zeigt das Schicksal des Häftlings Matthew P., der keine Chance hat, der Todesstrafe zu entgehen.
Man ist durch diesen Film praktisch gezwungen, in Frage zu stellen, ob dies die richtige Strafe ist. Natürlich gehören Täter bestraft, doch nicht auf eine so unmenschliche Art und Weise. Denn wenn der Täter mit der Todesstrafe bestraft wird, laden dann nicht Richter und Vollstrecker des Urteils Schuld auf sich? Wie geht es ihnen damit?
Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, darauf, dass es ein Vergeben gibt und darauf, dass er die Chance hat, sich selber wieder zu finden und ein Mensch zu werden.
Der Film zeigt, dass der Häftling Matthew P., kurz bevor er getötet wird, erst Einsicht in seine Schuld findet, den Eltern der Ermordeten noch sein Bedauern für seine verachtenswerte Tat ausspricht, um dann mit innerem Frieden die Exekution zu erleiden.
Es ist vernünftig, wenn ein Mörder den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen muss. Der Rechtszustand wird durch Strafe wieder hergestellt. Die Strafe hat die Funktion, im Täter Einsicht in das Unrecht entstehen zu lassen, so dass der dann durch tätige Reue und gemeinnützige Arbeit einen Teil der Schuld abtragen kann.
Jeder Mörder braucht unterschiedlich lange, um seine Tat einzusehen und schließlich mit sich und seinem Gewissen ins Reine zu kommen.
Lebenslänglich bedeutet nicht nur, dass er für den Rest seines Lebens alleine und fast verlassen ist, sondern auch, dass er ab dem Zeitpunkt, an dem er sich die Schuld selbst eingesteht, mit seinem Gewissen zu kämpfen hat.
Der Mörder muss damit leben, die Familie des Opfers womöglich zerstört zu haben, dem Opfer Glück und potenzielle Lebenschancen genommen zu haben.
Doch am schlimmsten muss der Gedanke sein, dass er mit seiner Tat etwas Nicht - wieder- gut - zu - Machendes angestellt hat.
Der Tod ist das grausamste, das einem Lebewesen angetan werden kann, egal von wem. Die Todesstrafe ist barbarisch, sie ist alttestamentarisch, weshalb sie überall auch nächtens und nicht öffentlich vollstreckt wird, hoffentlich auch mit dem nötigen schlechten Gewissen.

Andrea Lepuschitz