BG/BRG Lerchenfeld
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Ari Rath - Ein Weltbürger aus Wien und Jerusalem...

Ari Rath ... ließ uns, die Schüler der 7. Klassen des BG/BRG Lerchenfeld und die Professoren Patrick Durchschlag, Brunhilde Schweinzer und Albert Pulferer am Montag, dem 25. Januar 2016, an seinem reichen, teilweise entbehrungsreichen Leben in einem interessanten Vortrag im Bachmanngymnasium teilhaben.
Geboren im Januar 1925, musste der junge Ari im November 1938, noch nicht 14 Jahre alt, kurz vor dem Novemberpogrom (von den Nazis zynisch "Reichskristallnacht" genannt) Wien verlassen. Sein Ziel wurde Palästina, weil er in kein Land ausreisen wollte, aus dem er noch einmal vertrieben werden könnte.
Ari Rath erzählte von dem Leben in Wien vor 1938. Eigene Judenklassen gab es schon im Wien von 1934, von Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg verordnet.
Palästina wurde für Ari Rath und seinen Bruder eine ungewöhnliche Herausforderung. Die Brüder mussten sich die neue Sprache Hebräisch aneignen. Ari Rath baute zunächst einen Kibbuz mit auf, wurde dann Journalist, später Chefredakteur der englischsprachigen Jerusalem Post und zuletzt gar deren Herausgeber. Als Journalist begegnete er den Großen der Welt und zählte auch Jerusalems ebenfalls aus Wien stammenden Bürgermeister Teddy Kollek zu seinen Freunden. Den Eichmann-Prozess beobachtete er als Journalist.
Herr Rath erzählte vom ersten Wien-Besuch nach dem Krieg 1948, vom seltsamen Verhältnis der Österreicher zu ihrer eigenen Geschichte als erstem Opfer des Nationalsozialismus bis zur Zeit von Kurt Waldheims Präsidentschaft und von seiner langsamen Annäherung an seine alte Heimat, die mit der Doppelstaatsbürgerschaft vor wenigen Jahren endete. Offen blieb nicht nur für Herrn Rath die Frage, warum gerade in Österreich der Antisemitismus solche Ausmaße angenommen hatte.
Nach einigen Fragen aus dem Publikum wurde der Bogen zur Gegenwart gespannt. Ari Rath zeigte sich besorgt darüber, wie überall auf der Welt mit Flüchtlingen umgegangen wird. Auch in seiner Heimat Israel müsse man sich um eine Zwei-Staaten-Lösung bemühen, das Verhältnis zu den Palästinensern verbessern, um nicht die Chance für die Zukunft Israels zu vertun.
Ari Raths Anliegen war stets auch die Aussöhnung mit den Palästinensern, für die er ebenso eintritt wie für die Verbesserung der Beziehungen zwischen Israelis und den Deutschen und Österreichern. Der Friede in seiner Heimat Israel liegt ihm am Herzen. Zu seinen Freunden zählen neben Deutschen und Österreichern auch einige Palästinenser.

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Albert Pulferer