BG/BRG Lerchenfeld
Schulbezeichnung
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SAXA LOQUUNTUR

„Frau Professor, was werden wir denn auf der Exkursion machen?“
„Steine schauen! Wer mit mir unterwegs ist, muss immer Steine schauen!“
„Was denn für Steine?“ (gelangweilt)
„Na ja, solche in Form von antiken Säulen, Wohnhäusern, Mosaiken,
Grabplatten, Altären, frühchristlichen Basiliken, Gebäuden quer
durch die Jahrhunderte und natürlich die ganz, ganz kleinen, ich glaube, die heißen Sand!“
„Hä?“

Auf der Piazza dell’ unità in Triest

Thema unserer dreitägigen Exkursion nach Aquileia, Grado und Triest war es, den Schülern der 6A, 5A und 5B näher zu bringen, dass sich die Kultur und Geschichte des Alpen-Adria- Raumes nicht von allein aufdrängen, sondern regelrecht entdeckt werden müssen. Erste Station unsere Reise war ein längerer Aufenthalt in Aquileia als üblich. Aquileia, das kennt doch jeder, der schon einmal in Grado war. Das ist doch das mit den drei kaputten Säulen (autsch) und dem Kirchturm! Und das soll in der Antike die viertgrößte Stadt Italiens mit 100.000 Einwohnern und einem Patriarchen (Bischof mit besonderer Machtstellung) gewesen sein? Zeugnisse davon gibt es viele, doch nur für Menschen, die genauer hinschauen: Zwei Museen, viele Ausgrabungen im Freien, ein Forum, ein Flusshafen, Gräber und eine wunderschöne Basilika mit Mosaiken und einem sechseckigen Taufbecken. Genug Steine für’s Erste, dachten wir. Doch dann in Grado: Abermillionen von kleinen Exemplaren, doch diesmal ganz ohne Inschriften.
Zweite Station waren die doch etwas jüngeren Steine der nächsten größeren Stadt: Triest, der österreichisch - slowenisch - italienische Melting Pot im Karst, Kreuzungspunkt vieler Kulturen, Magnet mehrerer Religionen und Anziehungspunkt zahlreicher Literaten von James Joyce, claudio Magris und Boris Pachor. Eine wunderschöne Altstadt am Meer mit historischen Bauwerken, einem canale Grande und traditionellen Kaffeehäusern, die ausprobiert werden mussten. Ausreichend Steine für den zweiten Tag!
Für den dritten blieben noch die paar in Grado (Dom Sant’Eufemia mit Baptisterium), dann hieß es wieder Abschied nehmen.
Mein besonderer Dank gilt dem Elternverein unter der Leitung von Fr. Kalles-Walter für die Unterstützung, meinen geduldigen Kollegen Gerda Blatnik, Heinrich Braunecker und Nadja Scheicher (Experten für Lapidares) und allen Schülern, die die Exkursion genossen haben. Steine sind angeblich doch lebendig, erzählen uns ihre Geschichte und begegnen uns in vielen Formen. Manche Schüler waren sogar so begeistert, dass sie welche mit nachhause nahmen. Doch keine Sorge, es handelt sich nur um „harena vulgaris hadriaca“, den gemeinen Adriasand, zwar alt, aber nicht wirklich archäologisch wertvoll.

Mag. Pina De Nicolò