BG/BRG Lerchenfeld
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Macht des Wortes

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WER NICHT GENIESST, IST UNGENIESSBAR!

schien ein genau so wesentliches Motto für die teilnehmenden Lehrerkollegen zu sein, wie das wuchtige Motto der Europaausstellung 2009 im Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal - MACHT DES WORTES. Auf dankenswerte Initiative von Kollegin Edeltraud Tschauko machte sich also ein nicht zu kleiner Teil der Lerchenfelder Lehrerkolleginnen und -kollegen am Freitag den 18. September nach der Konferenz auf, um Kultur, Kommunikation und Kulinarik miteinander zu genießen.
Bücher begegneten uns gleich am Anfang. Es ging in den Keller, wo für die literarischen Schätze ein ideal klimatisierter Aufbewahrungsplatz gerade erst geschaffen worden war..
Klöster wie St. Paul waren ja die frühen Orte, wo vor Johannes Gutenberg und seiner Druckerpresse mit beweglichen Lettern Bücher in Scriptorien entstanden waren, jedes ein Unikat, in Handarbeit entstanden, einen gewaltigen ideellen und materiellen Wert repräsentierend.
Klöster waren ursprünglich die Orte, in denen Bibliotheken zu Hause waren. In Klöstern wurde studiert, Wissen zusammengetragen, verwaltet und zugeteilt. Nicht jeder sollte alles lesen dürfen und so gab es bald schon einen Giftschrank, angefüllt mit Büchern, die nicht für jedermanns Lektüre bestimmt waren.
Wie auch das Benediktinerstift St. Paul, sind Klöster meist Architekturdenkmäler. So waren Äbte immer auch mit dem Erhalt und der Erweiterung von Klosteranlagen beschäftigt. Wurde gebaut, so wurde meist geklotzt und nicht gekleckert. Träume sollten realisiert werden, manche wurde auch dem Realitätssinn geopfert. Modelle der Anlagen der Klöster Montecassino und Cluny wurden da natürlich auch gezeigt. Sie sollten bald nach Entstehung Muster für viele Bauträume werden.
Natürlich kam auch die Geschichte des Mönchtums in der Ausstellung nicht zu kurz. Von Benedikt v. Nursia, dem Gründer des Ordens, war da in Wort und Bild die Rede, von seinen Regeln, die dem Umgang der Menschen in Klöstern gewidmet waren und meist sehr profane Entstehungsgründe hatten.
ORA ET LABORA, die wohl berühmteste Benediktinerregel zeigte sich also als eine von vielen Regeln. Dass das Kloster nicht nur ein Ort der kontemplativen Versenkung ist, wurde offenbar, als kostbare Messgewänder aus alten Zeiten, prunkvolle Kreuze, Kelche, Monstranzen, Reliquienbehältnisse und wertvolle bildnerische Kunst gezeigt wurden.
Mönche verstanden sich auf das Brauen guten Bieres, auf das Keltern schönen Weines, Mönche waren zu allen Zeiten auch Genießer.
Klöster hielten untereinander zu allen Zeiten über geographische Grenzen und Sprachgrenzen hinweg regen Kontakt. Kultureller Austausch, Austausch von Gütern und Ideen war also immer gegeben. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in St. Paul viele Schätze angesammelt haben, die man im Rahmen dieser Ausstellung auch gerne herzeigt.
Klöster sind und waren auch immer Orte der Kraft. Meist entstanden auf den Kultplätzen früherer Religionen, konzentrierte sich in den Gotteshäusern die spirituelle Kraft von Gebeten.
Klostergärten beinhalteten seit jeher nicht nur Kulturpflanzen und Gemüse, es ging zu allen Zeiten auch um die Kunst des Heilens. So beherbergt St. Paul einen Kräutergarten und eine Klosterapotheke. Im Kloster St. Paul wird auch gelehrt. Das Stiftsgymnasium ist die Schule, die von bedeutenden Künstlern, Gelehrten, wichtigen öffentlichen Personen besucht worden ist.
Es ging also über zwei Stunden mit interessanter Führung durch eine fachkundige und freundliche Studentin der Slawistik, Romanistik und Germanistik durch viele viele Quadratmeter Ausstellung, durch Kellerräume, lange Gänge, prunkvolle Räume zu unzähligen Ausstellungsexponaten.
Anschließend wurde das Gotteshaus und von einigen Kollegen auch der Kräutergarten besichtigt. Nach wenigen Metern den Klosterhügel hinab, langten wir im Gasthof Traube an, wo jeder nach Herzenslust genießen durfte. Genügend Zeit für Gespräche gab es natürlich auch. Reich bepackt mit Material zur Ausstellung traten wohlgelabte, zufriedene und fröhliche Kolleginnen und Kollegen den Heimweg im klimatisierten Bus an.

Karl Kikel, Albert Pulferer