BG/BRG Lerchenfeld
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Matinée anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages im Künstlerhaus Klagenfurt

Titelbild Grafiken und Druckstöcke Carina Pölzl (7b) Alexander Medic (7b) Vortrag in der Schule

Anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren hat am Sonntag den 25.1.2015 in Klagenfurt eine Holocaust-Gedenkfeier stattgefunden. Zu Gast war auch Zeitzeugin Helga Pollak-Kinsky, sie stellte ihr Tagebuch über die Erlebnisse im Lager Theresienstadt vor. Carina Pölzl/7b und Alexander Medic/7a trugen einfühlsam und prägnant Auszüge aus den persönlichen Einblicken der Autorin vor. Das Tagebuch stellte auch die Basis für unseren künstlerischen Beitrag dar:

ueber.raum.28 /mehrteilige Linoldrucke /auf Holz montierte Druckstöcke

In Bildnerischer Erziehung (SchülerInnen der 7a und 7b unter Betreuung von Dipl. Päd. Helga Jusner/Mag. Elisabeth Kallos) entstanden 16 jeweils 4teilige Druckgrafiken. Dargestellt werden Mädchen aus dem Raum 28 des Mädchenheims L 410 im Ghetto Theresienstadt. Als Bildvorlagen dienten Porträtfotos aus dem Buch „Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944“ von Helga Pollak, herausgegeben von Hannelore Brenner. Druckträger für die Linoldrucke sind Fotografien von im Buch abgebildeten Tagebuchseiten; digital bearbeitet und einzeln per Hand bedruckt.

Wir durften Frau Pollak-Kinsky einen Tag später bei uns in der Schule zu einem berührenden Vortrag begrüßen. Die Klassen 7a, 7b und 8s waren dabei vertreten. Vorbereitungen in Geschichte und Deutsch von Mag. Diethard Pewal, Mag. Sigrid Binder, Mag. Brunhilde Schweinzer und Mag.Patrick Durchschlag ermöglichten einen anschließenden intensiven Dialog mit Frau Helga Pollak-Kinsky.

Am 27. Jänner 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dieser Tag gilt deshalb auch als der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Eine der wenigen Überlebenden dieser Zeit, nämlich Frau Helga Pollak-Kinsky, führte als 12- jähriges Mädchen ein Tagebuch, in welchem sie ihre grausame Zeit im Ghetto Theresienstadt verarbeitete. Sie lebte gemeinsam mit vielen anderen jüdischen Mädchen im sogenannten „Room 28“. Viele Jahre später veröffentlichte Frau Pollak-Kinsky schließlich ihre Aufzeichnungen in dem Buch „Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944 und die Aufzeichnungen meines Vaters Otto Pollak.“
Am 27. Jänner 2015 jährte sich die Befreiung von einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte zum 70. Mal. Aus diesem Grund wurde an diesem Tag eine Veranstaltung im Klagenfurter Künstlerhaus organisiert, bei der Frau Helga Pollak-Kinsky als Ehrengast ebenfalls dabei war. Die Klassen 7a und 7b des BG/BRG Lerchenfeld durften, gemeinsam mit den Lehrern Dipl. Päd. Helga Jusner und Mag. Elisabeth Kallos, die Mädchen des „Room 28“ portraitieren. Die Bilder wurden mit dem sogenannten Hochdruckverfahren auf Papier gedruckt. Schließlich wurden die Portraits der Schülerinnen und Schüler am Gedenktag im Künstlerhaus ausgestellt. Die Ausstellung hinterließ einen guten Eindruck und die Arbeiten wurden von den Besuchern sehr gelobt. Einige Schülerinnen und Schüler der 7a/b waren bei der Veranstaltung anwesend und durften viele interessante Menschen kennenlernen. Frau Pollak-Kinsky kam zur Matinee mit Frau Hannelore Brenner, der Herausgeberin ihres Buches. Außerdem führte Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner ein berührendes Gespräch mit der Autorin. Auszüge aus dem Tagebuch wurden dann von Schülern des Klagenfurter Lerchenfeldgymnasiums gelesen.
Am Montag, dem 26. Jänner, fand im Lerchenfeldgymnasium schließlich ein Zeitzeugenvortrag der Überlebenden Frau Helga Pollak-Kinsky statt. Ebenso mit dabei waren Frau Hannelore Brenner und Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner. Der emotionale Vortrag handelte von der Kindheit Helga Pollaks, der Flucht vor dem NS- Regime, der Deportation nach Theresienstadt, dem Alltag im Ghetto und der Befreiung 1945. Außerdem erwähnte sie, dass die Kunst und die Freundschaft zu den übrigen Mädchen ihr sehr viel Kraft in dieser schweren Zeit gespendet hätten.
Alles in allem war der Vortrag höchst interessant. Frau Pollak-Kinsky konnte uns noch viele unbekannte Einblicke in diese düstere Zeit geben und vielen Schülerinnen und Schülern die Augen öffnen.

Aleksandar Medic, 7a