BG/BRG Lerchenfeld
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Zeit des Erwachens - Film Review

Der Film „Zeit des Erwachens“ beruht auf einer wahren Begebenheit und basiert auf einem Buch des Autors Oliver Sacks. Er zeigt, dass manche Menschen ein Ziel vor Augen haben und dieses Ziel auch gegen Widerstände durchsetzen. So wie Dr. Malcolm Sayer: Er kommt aus dem Bereich der Forschung und bewirbt sich schließlich in einer psychiatrischen Klinik. Dort ist er erst einmal geschockt, welche Arten verschiedener Krankheiten es doch gibt. Seine erste Patientin heißt Lucy. Sie „schläft“. Es gibt noch mehrere Patienten, die diese Symptome zeigen. Obwohl seine Kollegen ihm sagen, diese Krankheit sei unheilbar, will Dr. Sayer helfen und heilen. Das schafft er auch kurzfristig, bis die Patienten wieder in den komatösen Zustand zurückfallen und das eingesetzte Medikament L-Dopa seine Wirkung verliert.
Der Film hat für mich auch etwas Trauriges. Dr. Malcolm Sayer will den Kranken helfen, erhält aber nur wenig Unterstützung. Er nimmt das Unternehmen gegen starkes Misstrauen selbst beherzt in die Hand, forscht und treibt Geldgeber auf. Er liebt die ihm anvertrauten Menschen und will nicht einsehen, dass er ihnen nicht helfen kann und in diesem Fall ist das auch nicht schlecht.
Psychotische Patienten sind vor gar nicht langer Zeit überall auf der Welt einfach weggesperrt worden. Ich finde, dass dies in keinem Fall richtig war. Leonard Lowe hat einen wichtigen Teil seines Lebens verpasst, insgesamt sind es 40 Jahre, er ist im Alter von elf Jahren in einen komatösen Zustand gefallen. Dadurch hat er vieles verpasst, auch sehr wichtige Entwicklungsphasen. Deshalb soll er sich wohl eher langsam an die veränderte Außenwelt gewöhnen. Heute weiß man, dass viele psychische Krankheiten medikamentös geheilt oder wenigstens abgemildert werden können. Dennoch sollte man die Behandelten genauer beobachten. Zudem brauchen diese Menschen Pflege und Menschen, die ihnen behilflich sind, die wissen, wie man mit ihnen umgeht; und falls sie Fragen haben, ihnen diese auch beantworten. Die Gefahr besteht, dass die Wiedererwachten Sachen beschädigen, sich selbst oder sogar andere Menschen verletzen, doch gerade aus diesem Grund sollte man sie nicht aus den Augen verlieren und sie beschützen.
In diesem Film kommt auch die Frage auf: „Was sind Psychosen?“ Unter dem Begriff werden sehr schwere psychische Beeinträchtigungen verstanden. Die bekannteste Psychose ist die Schizophrenie. Psychosen treten bei Männern und Frauen gleichermaßen auf und sind relativ häufig. Weltweit erkrankt zirka jeder Hundertste im Laufe seines Lebens an einer Psychose. Viele Formen von Psychosen beginnen zwischen der Pubertät und dem 35. Lebensjahr, sie können sich jedoch prinzipiell in jedem Lebensalter mit Ausnahme der Kindheit entwickeln.
Bis vor kurzem dachte man auch, dass Psychosen unheilbar seien. Erst durch die intensive Pharma-Forschung kann Psychotikern medikamentös so weit geholfen werden, dass sie für eine Psychotherapie zugänglich sind. Es gibt schon sehr viele Psychotiker, die ein fast normales Leben führen können, weil auch ihre Umwelt mitspielt und auf sie achtet. Das Hauptproblem bei Psychotikern ist, dass sie selbst Veränderungen ihrer Psyche nicht wahrnehmen, dass sie Probleme nur in ihrer Außenwelt vermuten. Menschen kann auch nur dann geholfen werden, wenn sie selber dazu bereit sind. Deshalb wird auch eine viel größere „Dunkelziffer“ psychisch beeinträchtigter Menschen vermutet, eine Psychose ist allerdings kaum zu übersehen.

Stefanie Köffel, 7.B