BG/BRG Lerchenfeld
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Awakenings: Zeit des Erwachens

Dieser Film beschäftigt sich mit scheinbar hoffnungslosen Patienten, die durch eine Psychose, welche aufgrund einer Meningitis hervorgerufen wurden, in ihren Leben deutlich eingeschränkt sind. Sie haben das Krankheitsbild eines fortgeschrittenen Parkinson-Patienten. Das heißt, sie sitzen im Rollstuhl und zeigen nur manchmal Reaktionen, doch sie regieren auf bestimmte Reize. Der Arzt Malcolm Sayer nimmt sich dieser Patienten an, erforscht die Europäische Schlafkrankheit. Die seit Jahrzehnten darunter leidenden Patienten gelten als unheilbar. Malcolm S. benutzt ein Mittel, L-Dopa, von dem er sich die Rehabilitation der komatösen Patienten verspricht, was auch für einen kurzen schönen Sommer lang gelingt.
Man sollte wissen, dass dieser Film auf wahren Begebenheiten basiert, die Dr. Oliver Sacks, ein amerikanischer Neurologe und Schriftsteller, in seinem Buch beschrieben hat. Das Thema des Films stellt die Situation der Psychiatrie dar. Es ist ein Schritt gegen Vorurteile, dass psychisch kranke Menschen nur in der geschlossenen Psychiatrie eingesperrt und verwahrt sein dürfen.
Die Ausdrucks- und Verhaltensweisen der handelnden Personen sind äußerst authentisch. Meiner Meinung nach haben vor allem die Schauspieler, die Patienten darstellen, eine Meiserleistung vollbracht. Die im Film angesprochene Psychiatrie ist ein Kind der Aufklärung, ein ziemlich junges Unternehmen. Im 17. Jahrhundert sahen immer mehr Ärzte Verhaltensstörungen als medizinisches Problem an und lieferten genaue Beschreibungen psychiatrischer Krankheitsbilder. Eine Galionsfigur stellt Philippe Pinel dar, der 1793 in der „Bicêtre“ die Kranken von ihren Ketten befreite.
Eine weitere Person, die in diesem Zusammenhang erwähnenswert ist, ist Franco Basaglia. Er zählt wie Michel Foucault zu den wichtigsten Vertretern der Antipsychiatrie, da er die Zustände der italienischen Irrenanstalten publik gemacht hat und in weiterer Folge deren Schließung erreicht hat. Sein Ziel ist die ambulante Behandlung psychisch kranker Menschen.
Meiner Meinung nach stellt diese offene und freiwillige Behandlungsart von Psychosen einen gewaltigen Schritt in der Entwicklung dar, da Menschen, die sonst keine Chance auf ein normales Alltagsleben hätten, ihre Krankheit problemlos in ihr Leben integrieren können und somit die Lebensumstände der Betroffenen und auch Angehörigen verbessert wird.
Auf jeden Fall lohnt es sich, diesen Film anzusehen, um einen Einblick in das Leben solcher Menschen zu erhalten. Er ist sehr anspruchsvoll und speziell am Anfang muss sich der Seher erst an die vielen Patienten gewöhnen, dennoch regt dieser Film sehr zum Nachdenken an.

Raffaela Hackl, 7.B